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15-07-2004 Neue Reportagen

An der Wolga: Frauen gegen Gewalt in der Familie

Telefonseelsorge im KrisenzentrumVon Stephanie Prochnow, Saratow. Vor einigen Jahren erntete sie Spott aus allen Ecken. Scherze wie: „Ach, Du hilfst die Gewalt in Familien zu verbessern“, waren für Irina Chaldejewa an der Tagesordnung. Keiner ihrer Bekannten konnte verstehen, warum sie ein Zentrum für Frauen in Not aufbaute. Heute ist die Frau mit den kinnlangen blonden Haaren Leiterin des Krisenzentrums ‚Stopp Gewalt’ in Saratow an der Wolga.

„Die Reaktionen haben sich mittlerweile geändert“, erzählt Irina. Sie sitzt am Computer in dem größten ihrer drei Büroräume. Die bunten Ordner in dem Holzregal geben dem Zimmer eine freundliche Atmosphäre. Irina druckt eine Liste mit Zahlen aus, die für ihre Arbeit sprechen. Insgesamt 2.564 Frauen aus allen sozialen Schichten haben im vergangenen Jahr die Hilfe ihrer Organisation gesucht.

Allmählich wird das Krisenzentrum gesellschaftlich anerkannt. „Früher meinten selbst viele Frauen, das Thema gehe sie nichts an. Allgemein herrschte die Meinung, wenn jemand unter Gewalt leidet, sei er selbst Schuld an der Situation. Doch die Realität beweist das Gegenteil“, sagt Irina. In eine üble Situation könne jeder kommen – ob auf der Straße, im Büro und in der eigenen Familie.

Gerade häusliche Gewalt ist keine Ausnahmeerscheinung

Über die Hälfte der Hilfesuchenden litten unter Übergriffen durch Verwandte. Das beginnt mit verbalen Machtspielen des Mannes, der seine Frau zu kontrollieren versucht. Prügel und Vergewaltigung sind keine Seltenheit. Diese Ausschreitungen enden oft tragisch. Nach Schätzung der russischen Regierung starben 1999 circa 14.000 Frauen bei häuslichen Auseinandersetzungen. Russische NGOs schätzen, dass im vergangenen Jahr täglich 36.000 Frauen von ihrem Partner geschlagen wurden.

Als Irina und ihre vier Mitstreiterinnen 1995 das Krisenzentrum ins Leben riefen, wollten sie eigentlich gegen die allgemeine Diskriminierung von Frauen vorgehen. Nach dem Abschluss der mathematischen Fakultät waren die Mädchen immer wieder auf Vorurteile gegen weibliche Führungskräfte gestoßen. „Gute Leistungen interessierten nicht“, erzählt Irina. Erst bei einem Treffen mit Moskauer Frauenrechtlerinnen wurde sie auf das Problem Gewalt aufmerksam. Aus dem Aufbegehren gegen die Dominanz der Männer entwickelte sich eine anerkannte Organisation mit elf fest angestellten Mitarbeiterinnen.

Irina Chaldejewa (Mitte) mit ihren Mitarbeiterinnen Am Sorgentelefon sitzen freiwillige Helferinnen, meist Sozialpädagogen. Tatjana Krasnowa. hört täglich viele Schicksale. „Ich gebe prinzipiell nicht einfach Ratschläge“, sagt die zierliche Frau mit den kurzgeschnittenen dunklen Haaren. „Wir überlegen gemeinsam konstruktive Lösungen.“ Sie bietet jeder Anruferin außerdem an, in das Zentrum zu kommen und die Hilfe der Psychologin in Anspruch zu nehmen.

Wenn die notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung stehen, werden auch Selbsthilfe-Kurse organisiert. Zweimal die Woche berät eine Juristin Frauen, die gerichtlich gegen ihre Peiniger vorgehen wollen. Zuweilen reicht bereits solch eine Androhung, um die häusliche Situation zu verbessern.

Ein Pilotprojekt auch für andere Regionen

Die Arbeit des Zentrums wurde bereits durch verschiedene westliche Stiftungen unterstützt. Bei dem jüngsten, von der Europäischen Union mit getragenen Projekt „Herbst des Lebens – würdiges Altern“, kooperiert das Krisenzentrum mit zwei weiteren regionalen Hilfsorganisationen und zwei staatlichen Betreuungszentren. Die Aktion (im Rahmen des Tacis-Programms „Stärkung der Demokratie durch NGOs aus dem Sozialbereich“) soll die Lebensbedingungen alter Menschen in Saratow und in der Umgebung verbessern. Vor allem ist sie jedoch ein Pilotprojekt, dass eventuell in anderen Regionen nachgeahmt werden könnte.

Die Organisationen teilen sich die Aufgaben. In den staatlichen Zentren finden alte Leute und Menschen in Extremsituationen soziale Betreuung und eine Wohnmöglichkeit. Arme Rentner in den dörflichen Gegenden unterstützt die Organisation ‚Lizeum’ mit der Hilfe jugendlicher Freiwilliger. In Saratow ist das jüdische Zentrum ‚Chasdej Jeruschalaim’ tätig. Die Mitarbeiter verteilen kostenlos Kleidung, Decken, Lebensmittelpakete, Krücken oder Hörbücher an verarmte Rentner ihrer Gemeinde.

Doch Armut ist nicht das einzige Problem. Ältere Frauen leiden auch unter Gewalt – durch ihre Kinder. Auslöser ist oft die schwierige Wohnsituation. In den winzigen Räumen, die sich mehrere Generationen teilen, ist kein Platz, um sich aus dem Weg zu gehen. Meist haben die alten Frauen keine Kraft, ihren Söhnen oder Töchtern etwas entgegenzusetzen.

„Besonders schlimm wurde es, wenn er getrunken hatte“

Anna Hesjudinowa litt lange Zeit unter ihrem Sohn: „Besonders schlimm wurde es, wenn er getrunken hatte“, erinnert sie sich. Vor neun Monaten schrie er sie schließlich an: „Verschwinde, Du wirst hier nicht mehr gebraucht.“ Seitdem lebt die kleine, schmächtige Frau in dem staatlichen Betreuungsheim im Leninski Bezirk.

Olga mit Mascha Grigoriewna Dank des gemeinsamen Projektes stehen für Irinas Krisenzentrum jetzt jederzeit zwei Plätze in dem Wohnheim zur Verfügung. Ein wichtiger Fortschritt, denn oft müssen Frauen nur unter den Verhältnissen in ihrer Familie leiden, weil sie es sich finanziell nicht leisten können auszuziehen. „Für die Frauen ist es eine enorme Erleichterung zu wissen, dass sie diese Möglichkeit gibt“, sagt Irina.

Bei Anna sieht die Situation anders aus. Sie hat kein Zuhause mehr. Ihr Wohnhaus ist vor zwei Jahren abgebrannt. „Immer noch hat niemand das Dach wieder aufgebaut“ schluchzt die alte Dame unter Tränen. Ihr Sohn kaufte nach dem Unglück eine billige Datscha für sich, seine zweite Frau und deren Kinder. Für Anna ist dort kein Platz mehr.

In dem niedrigen, von Bäumen umgebenen Plattenbau, in dem Anna jetzt wohnt, wartet sie vergeblich auf den Besuch ihres Jungen. Dafür machen sich Olga und Swetlana, die sich freiwillig beim Krisenzentrum engagieren, einmal in der Woche auf den Weg in das Außenviertel von Saratow. „Wir fragen, was sie am meisten bedrückt und sprechen dann über ihre Ängste. Dann versuchen wir Positives an der Situation zu suchen: Was ist zum Beispiel schön am Alleinsein?“, erzählt Olga.

... ein kleines Haus, Bäume, Blumen und Gänse - und die Sonne

Manchmal basteln oder singen sie auch nur gemeinsam. Mascha Grigoriewna, die ihr ganzes Leben auf dem Dorf gelebt hat und im Alter vor ihren Kindern fliehen musste, zeigt stolz einen selbstgekneteten Pilz aus Wachs und eine Zeichnung. Auf dem Bild sind ein kleines Haus, Bäume, Blumen und Gänse zu sehen – das, was ihr Leben früher ausgemacht hat. Olga hat eine Sonne dazu gemalt.


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