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Donnerstag, 18.10.2001

Volkszählung droht zum Hindernisrennen zu werden

St. Petersburg (sb) Die Planungen klingen perfekt: In einem Jahr, vom 9. bis 16. Oktober 2002, soll die erste postsowjetische Volkszählung über die Bühne gehen. 460000 Volkszähler werden alle Bürger der Russischen Föderation in ihren Wohnungen aufsuchen und ihnen einen Fragebogen mit 16 Punkten vorlegen. Erfragt werden u.a. Nationalität, Glauben, Umfang und Quelle des Einkommens. Einer erfolgreichen Durchführung stehen allerdings einige Hürden im Wege.

In St. Petersburg könnte es allein schon zum Problem werden, die zu zählenden Schäfchen ausfindig zu machen. Nicht, weil sie sich verstecken, sondern wegen des desolaten Zustands der Beschilderung von Straßen, Häusern und Treppen. Wie die „Smena“ heute schreibt, müssen von insgesamt 19646 Hausschildern allein 2000 ausgewechselt oder neu geschaffen und noch einmal so viele einer ernsthaften Reparatur unterzogen werden. Von den 68000 Schildchen mit der Angabe der Wohnungen in einem Treppenaufgang fehlen mehr als 8000, und 3500 sind in einem Zustand, der sich jedweder Entzifferung entzieht.

Im Leningrader Gebiet sind die Schwierigkeiten völlig anders gelagert. Wie soll der Zähler z.B. ein abgelegenes Dorf erreichen, wo noch nicht einmal eine feste Straße hinführt? Oder das auf einer Insel liegt?

Die Ethnographen von der Akademie der Wissenschaften haben indes ein ganz spezielles Interesse an der Volkszählung: Die im Leningrader Gebiet ansässigen kleinen finno-ugrischen Volksgruppen wie die Wepsen mit ihrer bodenständigen Kultur und Sprache sind ein permanenter Gegenstand wissenschaftlicher Forschung, und die Gelehrten sind gespannt darauf, was die Volkszählung ihnen an neuen statistischen Daten beschert.

Hausschilder können mit einigen Finanzmitteln ausgebessert werden, und auch ein paar Autos für die Fahrt in entlegene Dörfer werden sich finden. Viel ernster ist es mit der Frage, inwieweit die allgemeine Angst vor der Volkszählung zu einem Hindernis werden kann. Trotz aller Beteuerungen, daß alle Daten streng vertraulich behandelt und keinen Unbefugten in die Hände fallen werden, zeigt die Praxis des Handels mit Raubkopien von geheimen Datenbanken auf dem Schwarzmarkt und ihre Aufrufbarkeit über das Internet eine ganz andere Realiltät. Ein weiteres Problem ist, dass kaum jemand bereit ist, unter den heutigen Bedingungen seine wahren Einkommensquellen offen darzulegen. So ist mit einem Haufen falscher Daten zu rechnen, was den Sinn des Ganzen mit einem großen Fragezeichen versieht.

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