Donnerstag, 12.01.2012

„Alter, Neujahr?!“: Bessarabischer Rock von Mahagon

Ins neue Jahr mit Sowjet-Retro. Mahagon verbreitet moldawische Partylaune in Berlin. (Foto: hangar49)
Berlin. Die Hauptstadt rockt in sowjetischer Manier in das „Alte Neue Jahr“. Für den guten Ton zeigt sich diesmal die moldawische Band Mahagon verantwortlich. Schmissige Weisen aus Kischinau, die in die Glieder fahren.

Moldawien ist ein sehr musikalisches Land. Kein Fest ohne ausschweifende Unterhaltung, kaum ein Torbogen ohne einem Musiker darunter. Ein Anlass zum musizieren findet sich in Moldawien für jede Gelegenheit.

Legt man zugrunde, dass die Hauptstadt Chisinau (dt.: Kischinau) die höchste Pro-Kopf-Dichte an Posaunen und Saxophonen im ganzen Land vorweisen kann, all die Gitarren nicht einmal berücksichtigt, wundert es kaum, dass sich genau dort beim schwerem Wein eine Band formierte.

Mahagon, das bessarabische Sprachrohr


Allerdings gestaltet es sich naturgemäß aus Gründen, die nicht näher erläutert werden müssen, etwas kompliziert, geschätzte 2.500 Saxophonisten und 800 Posaunisten (von den unzähligen Gitarristen ganz zu schweigen) unter einen Hut und platzbedingt nicht mal auf eine Bühne zu bringen.

Wann und wo
13. Januar 2011, ab 22 Uhr
Berlin, Hangar49, Holzmarktstr. 15-18
Aus eben diesem guten Grund trafen sich eines Tages sechs mutige Jungs bei einem Gläschen Roten und beschlossen, diese prekäre Mission anzugehen. Mit ihren Liedern trafen sie genau den guten Geschmack der anderen, die nicht berücksichtigt werden konnten und spielten sich in die Ohren und Herzen der Republik.

Längst beschränken sich die Auftritte Mahagons nicht mehr alleine auf Moldawien. Regelmäßige Bandausflüge in die benachbarte Ukraine haben auch dort einen tiefen Eindruck hinterlassen und erfreuen sich steter Beliebtheit. Nun ist ein Ausflug nach Berlin anberaumt, um auch hier das neue Jahr einzuläuten.

Das Getrappel von Pferden und Partylaune pur


Wo Mahagon auftreten ist garantiert Stimmung. Wer schon einmal im Landstrich Bessarabien länger verweilt hat, weiß wie sich galoppierende Pferde in einer Steppe anhören. Der weiß auch, wie sich eine bessarabische Hochzeit anhört und welche Weisen die empfindliche und doch so stolze Seele des fahrenden Volkes zu intonieren weiß.

Jedoch, Mahagon beschränkt sich nicht auf Volksmusik. Wie meinte doch ein Kritiker nach Erscheinen des ersten Albums mit dem bezeichnenden Titel „Die Posaune, die Gitarre, das Saxophon!“: „Es ist etwas Neues, es ist Rhythmus und es ist positiv. Diese Verschmelzung der Kulturen und Stile. Es gefällt einfach!“

Wer im Anschluss an die schweißtreibenden Stunden mit Mahagon noch nicht gewillt ist, nach Hause zu gehen, darf gerne noch bei sowjetischer Retro-Musik weiterfeiern.

Die Berliner DJs „Interpaul“ (er wird Sowjetski Retro auf seinem Plattenteller auflegen) und „Mi-Do“ (er präsentiert russische Rock-Klassiker) werden den Laden bis zum Bersten unterhalten.