Freitag, 02.12.2011

„Wyssozki – Danke für mein Leben“. Jetzt im Kino

Wladimir Wyssozki, der unbeugsame Liedermacher der UdSSR, in einer beeindruckenden Biographie auf der Leinwand. (Foto: wyssozki.de)
Nürnberg. Eine filmische Biographie blickt auf die kurze, aber bewegte Lebensgeschichte eines der populärsten Bühnenkünstlers der Sowjetunion in den siebziger Jahren. Eine steile Karriere, stets am Rande der Legalität.
Wladimir Wyssozki war ohne Zweifel einem Millionenpublikum der damaligen Sowjetunion bekannt. Erzählten die Texte seiner Lieder doch stets von den Missständen des Staates. Wyssozki sprach die Sätze öffentlich aus, die sich andere nur zu denken wagten. Der Staatsmacht war er längst unbequem geworden.

Wyssozkis Auftritte wurden ständig vom KGB beobachtet und seine Gedichte nie veröffentlicht. Dennoch erreichte er die Herzen der Massen. Nur die öffentliche Anerkennung, die blieb ihm stets verwehrt.

Deutliche Worte eines unbequemen Künstlers


Zu deutlich waren seine Worte, so dass sich Wyssozki immer wieder mit einem Bein in der Illegalität befand. Wie kaum ein Zweiter traf der Künstler den Nerv seiner Landsleute. Die einzige Konzession, die man ihm von offizieller Seite entgegenbrachte, waren Auftritte am Theater, sowie zahlreiche Filmengagements.

Selbst mit seinem frühen Tod schaffte es Wyssozki noch, für Aufregung zu sorgen. Da seine Beerdigung in Moskau zeitgleich mit den dort ausgetragenen Olympischen Sommerspielen 1980 stattfand, entschloss sich der Staat, um einen Eklat zu vermeiden, die Meldung von seinem Ableben vorerst zurückzuhalten.

Dennoch sprach sich die Nachricht in Windeseile herum und bis zu 40.000 Menschen versammelten sich zur größten nichtstaatlichen Versammlung, die Moskau bis dato gesehen hat. Und noch heute ist sein Grab auf dem Wagankowo-Friedhof eine Pilgerstätte für seine Fans.

Gelungene Darstellung eines Charakters


Nikita Wyssozki, der Sohn des nur 42 Jahre alt gewordenen Künstlers, fand in Pjotr Buslow einen kongenialen Regisseur für sein Drehbuch über das bewegte Leben seines Vaters. Die Hauptrolle des Films besetzten die beiden mit Andrej Smoljakow, der die Rolle des Wyssozki eindrucksvoll darstellt.

Biographisch erzählt der zweistündige Streifen vom letzten Lebensjahr des Künstlers. Geprägt von Alkoholmissbrauch (im Film wird von Drogensucht gesprochen) und permanenter Bespitzelung durch die Staatsorgane, zerbricht ein Mann immer mehr unter dem Druck, sich beugen zu müssen.

Obwohl der Film weitgehend auf einem frei interpretierten Drehbuch basiert, setzt er dennoch ein Leben in Szene, das der Realität Wyssozkis entspricht. Eine auffällige Kameraführung und musikalische Dramaturgie unterstreicht den eh schon sehr tief gehenden Plot der Handlung.