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Russland-Aktuell
Die Netzeitung von .RUFO
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| Montag, 08.03.2010 | |||||
Artistik auf Samtpfoten – das Moskauer Katzentheater |
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Gestatten Sie mir, mich kurz vorzustellen. Ich bin ein Hund. Sie wissen schon, diese treuen Begleiter des Menschen, der Partner mit der kalten Schnauze und der ganze Kram. Und wie das Verhältnis dieser kratzbürstigen Katzenviecher zu mir und meinen Artgenossen ist, haben Sie bestimmt auch schon vernommen. Was mir die Tage untergekommen ist, wollte ich erst gar nicht glauben. Hauskatzen in einem Showprogramm? Gibt’s nicht, geht nicht? Überzeugen Sie sich selbst. Vom 16. bis 28. März gastiert das Moskauer Katzentheater in Deutschland. Yuri Kuklachev lädt gemeinsam mit 20 Katzen, zweien meiner Hundekameraden und acht Clowns zu einer Aufführung der Extraklasse. Lehrbuch der LiebenswürdigkeitenEine Briefmarke in San Marino haben sie Kuklatschow gewidmet, in Frankreich füllt er ein Kapitel im „Lehrbuch der Liebenswürdigkeiten“. Den silbernen Clown in Monte Carlo und den goldenen Oscar in Japan wollen wir hier erst gar nicht vertiefen. Die goldene Clownskrone in Kanada tut jetzt grad auch nichts zur Sache. Die eigentlichen Stars, wie ich neidvoll zugeben muss, sind jedoch die Katzen. Wer nun aber ist dieser Yuri Kuklachev, dieser Katzenflüsterer? 1949 wurde er in einem Dorf im Ural geboren. Durch eine streunende Dorfkatze fand er seine Hingabe für gestrandete Tiere. Dann wurde er Clown. Ein Häufchen Kater führt zum ErfolgUnd zwar gleich ein recht bekannter. Bis er eines Tages auf einer ukrainischen Straße wieder einen Streuner traf. Das war Kutschka (zu deutsch: das Häufchen), der seinen Weg bestimmen sollte: Kuklatschow gründete seinen Zirkus, und Kater Kutschka wurde berühmt! Vor 30 Jahren, dem Beginn dieser Menagerie, war dieses Vergnügen für die ganze Familie ja eine rein russische Angelegenheit. Erst mit der Öffnung der Sowjetunion gelang dem Moskauer Katzentheater der große Wurf im Westen. Ab da wurden Kuklatschow und seine haarigen Artisten weltberühmt. Seitdem staunt der Laie, und der Hund wundert sich. Den Katzen zuhörenGeduld allerdings gehört schon zu diesem gewagten Unternehmen, diese eigenwilligen Tiere zu dressieren , die auf uns Hunde immer mit dieser hochnäsigen Arroganz herabsehen,. „Katzen seien nicht störrisch, man muss ihnen nur gut zuhören können“, meint Kuklachev.
„Männchen machen“ und „Pfote geben“ habe ich ja nun auch im Repertoire. Mit wedelndem Schwanz allerdings bestaunte ich die artistischen Leistungen der Katzen. Diese Kunst des Jonglierens, die grazile Art auf einem Seil zu tanzen. Ich gebe zu, hätte ich so etwas versucht, meine feuchte Schnauze wäre schon längst hart auf den Brettern, die die Welt bedeuten, aufgeschlagen. “Wir dressieren Juri!“Aber, wie mir die Katzen so ganz im Vertrauen auf dem „Empfang“ nach der Show mit einem Augenzwinkern verraten haben: „Wir sind ja eigentlich gar nicht zu dressieren, wir dressieren Juri!“ Ihm macht es sichtlich Spaß, mit seinen Tieren zu arbeiten, und die Katzen sind nicht nur während der Tournee wohl versorgt, wie sie mir beteuern: „Wir haben sogar einen Tierarzt mit dabei!“ Auch Sie werden die Gelegenheit haben, einem Treffen mit den Superstars in der Manege beizuwohnen. Nach jeder Aufführung lädt das Katzentheater zur Plauderstunde. Gerade die Jüngsten unter Euch sind dazu aufgerufen. Streicheln ist nicht nur erlaubt, sondern unbedingt erwünscht. Ach, und wer behauptet übrigens, dass |