Dienstag, 20.04.2010

Markscheider Kunst – Weltmusik aus St. Petersburg

Benefiz-Aufruf von MK 2004 in Immeldorf . (Foto: mb/.rufo)
Immeldorf. Der Petersburger Weltmusik-Cocktail von Markscheider Kunst begibt sich auf Deutschlandtour. Die Welt ist sowieso nicht größer als ein Olivenkern. Es ist serviert. Gerührt oder geschüttelt, der Mix macht’s.
St. Petersburg, die nördlichste Millionenstadt im Westen des Ostens von Europa. Fünf Millionen Menschen leben hier. Piter ist etwa 4.000 km von Afrika entfernt. Die Kulturhauptstadt Russlands, vermutlich auch Europas, genießt einen ganz besonderen Ruf.

Immeldorf dagegen, nur geschätzte 2.000 km von Afrika weg, kennt eigentlich kein Mensch. Da leben immerhin auch ca. 250 Leute. Es ist alles etwas gemütlicher, dörflicher eben. Offengestanden auch nicht wirklich eine Kulturhauptstadt. Oder etwa doch? Zumindest ein Kultur-„Hauptdorf“! Auch Immeldorf hat seinen Charme.

Viel scheinen beide auf den ersten Blick nicht unbedingt gemeinsam zu haben. Tja, wären da nicht die Petersburger von Markscheider Kunst und der gute Walter mit seiner urigen Rockkneipe vor Ort. Das „Weiße Ross“ – einfach eine Institution.

Wann und vor allem wo
21.04. - Berlin, Festsaal Kreuzberg
22.04. - Hamburg, Übel und Gefährlich
23.04. - Köln, Stadtgarten
24.04. - Frankfurt, Bett
25.04. - Bamberg, Morph Club
26.04. - Immeldorf – Weißes Ross
27.04. - Reutlingen, Franz K
28.04. - München, Feierwerk
29.04. - Jena, Kassablanca
30.04. - Wien, Ostklub

„Das Konzert findet doch statt“…


Der Laden vom Walter ist 2004 einmal abgebrannt. Einfach so, alles kaputt. Mangels Tanzboden wurden die wenigen verbliebenen Konzerte in die Scheune verlegt, auch noch im Winter. Eines davon wird denkwürdig bleiben. Markscheider Kunst aus St. Petersburg, am Rosenmontag – sie kamen, sahen und beschlossen: „Wir werden mit anpacken“

Seit jenem Auftritt ist Markscheider Kunst im Süden der Republik ein Begriff, aber ein fester! Der Stilmix, der leger zum Brunch passt, beim Cocktailempfang nicht aufträgt und zum abhotten am Abend geradezu prädestiniert ist – ein Ohrenschmaus. Musikalische Weltreise gratis.

Bergbau-Ingenieure aus dem flachen Petersburg…


Markscheider, ein aus dem Bergbau entlehnter Begriff, in der Kulturszene inzwischen ein Markenzeichen. Die Frechheit aus African, Latino-, Rock-, Ska- und Reggae-Rhythmen so frei und ungezwungen zu variieren, ist wahrlich gelungen.

Und es klappt. Der musikalische Überraschungseffekt lauert bei Markscheider Kunst hinter jeder Ecke. Man neigt dazu, mit der Zunge zu schnalzen, wenn nach einem karibischen Calypso der tiefste amerikanische Funk-Rock auffährt. Wenn der Zuhörer nicht mehr sicher sein kann, ob er in St. Petersburg, in der Karibik oder am Ende gar in Afrika weilt.

Fast hat es eine Spur Erotik, wenn wohl dosierter Barjazz mit russischen Texten garniert ausgeschenkt wird. Und gottlob kommt ja nicht nur die Immeldorfer Partygemeinde in den Genuss dieser Petersburger Extravaganz. Die Band Markscheider Kunst ist auf jeden Fall einen Besuch wert, irgendwo zwischen Piter, Berlin und Wien…