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Musik als Leidenschaft – Valery Gergiev bei der Arbeit (Foto: festspielhaus.de)
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Freitag, 03.09.2010

Valeri Gergijew mit „Sinfonie der Tausend“ in Basel

Basel. Die „Sinfonie der Tausend“ – Valeri Gergijew und das Orchester des Petersburger Marinskii-Theaters laden mit Londoner Chorunterstützung zu einem Konzertabend mit Gustav Mahler und Dmitri Schostakowitsch in Basel ein.

An dieser Stelle groß über den unbestrittenen Meister am Dirigentenpult zu referieren, hieße vergleichbar Eulen nach Athen zu tragen. Ein Genius der Belle Etage in den angesagtesten Konzertsälen dieser Welt ist er ohne Zweifel.

Erst Anfang August dieses Jahres leitete Valeri Gergijew das Allstar-Orchester „World Orchestra for Peace“ bei den Salzburger Festspielen. Die „Süddeutsche“ bezeichnete es als eine „disparate Truppe aus 90 Mittelstürmern, die sich gegenseitig auskontern“. Eben die ganz große Bühne.

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Eine strahlende Figur am Pult


Trotz unterschiedlicher Kritiken trugen seine Integrations- und Strahlkraft dazu bei, ein bunt zusammen gewürfeltes Ensemble sicher durch das Große Festspielhaus zu manövrieren. In Basel scheint es etwas einfacher.

Sein Hausorchester aus dem Petersburger Marinskii – dessen Direktor er ja nebenher auch noch ist – ist mit an Bord, der Eltham College Choir aus London sehr ambitioniert. Es verspricht ein Konzertabend der Extraklasse zu werden.

Die „Sinfonie der Tausend“


Gustav Mahler komponierte 1906 seine 8. Sinfonie. Es sollte die Letzte sein, deren Uraufführung er persönlich noch miterleben durfte. Er ging gleich in die Vollen, denn es erfordert einen immensen Personalaufwand, dieses Stück zu intonieren.

Wann und wo
06.09.2010, 19.30 Uhr – Basel, Stadtcasino, Musiksaal
An die tausend Musiker waren bei der Premiere damals in München redlich damit beschäftigt, jenes zu bewerkstelligen. Mahler hat es sich nicht selbst ausgesucht, es war seinerzeit der Konzertveranstalter Emil Gutmann, aber seitdem hat dieses Werk den Beinamen „Sinfonie der Tausend“ weg.

Und wer wäre besser dafür geeignet es aufzuführen, als eben jener Valery Gergiev.

Und dann war ja noch der Schostakowitsch


Damit jedoch nicht genug. Als Dreingabe wird an diesem Abend auch noch die 2. Sinfonie des neben Strawinsky und Prokofjew bedeutendsten russischen Komponisten gespielt. Nur so am Rande angemerkt, Schostakowitsch ließ sich besonders von Gustav Mahler inspirieren.

Womit sich der Kreis wieder schließt. Schostakowitsch erhielt 1927 von der Sowjetregierung den Auftrag, eine Hymne zum 10. Jahrestag der Revolution zu schreiben. Es sollte genau diese Zweite sein. Ob sie damals wirklich bei den Auftraggebern ankam, sei dahingestellt. Zu viele Bissigkeiten verbargen sich doch in ihr.

Versteckter Sarkasmus und Kritik


Wenn auch von westlichen Musikkritikern lange unbemerkt, steckte in den Arbeiten von Schostakowitsch jede Menge Kritik und Sarkasmus gegenüber der sowjetischen Regierung. Er gefiel, war jedoch kritisch beäugt.

„Ich empfinde unstillbaren Schmerz um alle, die Hitler umgebracht hat. Aber nicht weniger Schmerz bereitet mir der Gedanke an die auf Befehl Stalins Ermordeten…“, so seine eigenen Worte.

Es dauerte lang mit seiner Rehabilitierung in die sowjetische Kulturlandschaft. Erst nach dem Tode Stalins 1953 konnte sich Dmitri Schostakowitsch wieder unbeschwert seinen eigentlichen Gedanken widmen. 1975 starb er an einem Herzinfarkt. Unter den Kränzen an seinem Grab war bemerkenswerter weise auch einer des KGB.

Der Meister schließt den Kreis


Und wem sollte es nun besser obliegen, diesen Bogen zu spannen. Zwischen St. Petersburg, Basel und New York City. Es ist Gergijew selbst, der sich diese Aufgabe gestellt hat und dem man es auch jederzeit zutraut, diese auch zu bewältigen.

Man darf gespannt sein. Langweilig wird es garantiert nicht werden. Eher ein Abend der besonderen Art. Mit einem Genie am Dirigentenpult, einem Orchester der Extraklasse und einem stimmgewaltigen Chor im Hintergrund.



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