Kurzbesuche aus Berlin jetzt möglich - Dom mit Kantgrab in Kaliningrad (Foto: Mischke/.rufo)
Berlin - Kaliningrad: Neue Billigfluglinie eröffnet
Kaliningrad. Die Fluggesellschaft „KD Avia“ hat Anfang 2006 eine neue Direktverbindung zwischen Berlin und Kaliningrad eingerichtet. Nur eine Flugstunde trennt die beiden Städte damit noch, die Preise machen der Bahn Konkurrenz.
Ein Ticket für den Hin- und Rückflug wird gegenwärtig für rund 150 Euro (120 US-Dollar plus 45 US-Dollar Flughafengebühr) angeboten. Für Renter und Studenten gibt es Ermäßigungen.
Abflug in Berlin-Tegel ist jeden Dienstag um 14.20 Uhr und jeden Freitag um 13.00 Uhr. Vom Kaliningrader Flughafen Chabrowo in Richtung Berlin-Tegel starten die Maschinen dienstags um 13.00 Uhr (MEZ+1) und freitags um 12.00 Uhr (MEZ+1).
Die Flugzeit beträgt jeweils rund 1 Stunde. Die Boeings vom Typ B737-300 haben 148 Plätze.
Die Flugzeuge starten und landen in Kaliningrad auf dem internationalen Teil des Flughafens, der bislang nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht werden kann. Dies solle aber in Kürze geregelt werden, so Eugenia Schell von der deutschen „KD Avia“ -Vertretung in Hannover.
Berlin ist das erste internationale Ziel von „KD Avia“. Mit der bisherigen Resonanz auf die neue Verbindung ist die Fluggesellschaft zufrieden. „Es könnte mehr sein“ sagte Eugenia Schell. Aber dafür, dass Winter sei und die Verbindung noch neu, sei das ganz normal. Um die neue Direkt-Verbindung noch attraktiver zu machen, sei aber geplant, gemeinsam mit der Deutschen Bahn ein Kombi-Ticket anzubieten.
Berlin und Brandenburg auch zufrieden
Bei der Berliner Flughafen-Holding zeigte man sich indes schon jetzt sehr zufrieden mit der neuen Flugverbindung: Der Standort Berlin werde damit als Sprungbrett nach Osteuropa weiter gestärkt, hieß es aus der Marketing-Abteilung. Die Industrie- und Handelskammer zu Berlin ließ verlauten, dass die Aufnahme einer Linienverbindung zwischen Kaliningrad und Berlin beweise, „dass Visionen Realität werden können“.
Auch Brandenburg, das seit 1994 eine regionale Partnerschaft mit dem Kaliningrader Gebiet unterhält, begrüßt die neue Fluglinie. Der Bevollmächtigte des Landes beim Bund und für Europaangelegenheiten, Staatssekretär Gerd Harms, erklärte in Potsdam: „Eine direkte Flugverbindung von Berlin nach Kaliningrad war dringend nötig.“ Sie erleichtere den Projektpartnern in Brandenburg und Kaliningrad die Zusammenarbeit.
Sicherheitsabstand sieht anders aus. Aber wenn an der Peter-Pauls-Festung in St. Petersburg der Rundflug-Helikopter startet und landet, sind Zuschauer immer ganz nah dabei. Sobald sie allerdings der Rotorwind samt Staubwolke erfasst, haben die Neugierigen wieder etwas Nützliches fürs Leben gelernt. (Topfoto: Deeg/.rufo)