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| Esten haben keinen Zutritt - steht auf dem Schild am Eingang des Moskauer Kinos Newa (Foto: Ballin/.rufo) | |
Freitag, 04.05.2007
Denkmalstreit Tallinn: Wenn Dich ein Hund ankläfft…
Gisbert Mrozek, Moskau. „Wenn Dich ein Hund ankläfft, gehst Du dann auch auf alle viere und kläffst zurück?“ Der Satiriker Michail Sadornow bringt auf den Punkt, was viele Russen angesichts des Denkmalstreites in Tallinn denken.
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Es ist eben doch nicht der Stil der Moskauer Intelligentsia, wenn russische Jugendliche die Innenstadt von Tallinn verwüsten, aber in einigen russischen Staatsmedien als heldenhafte Verteidiger des Bronze-Soldaten gefeiert werden.
Die grosse Mehrheit der Russsen ist empört darüber, dass die estnische Regierung das Denkmal für die Befreiung abbauen liess. Heftig kritisiert werden SS-Veteranenaufmärsche in Tallinn. Nur eine kleine Minderheit der russischen Bevölkerung hat Verständnis dafür, dass die Esten sich 1944 und danach nicht wirklich befreit fühlten.
Der Umgang mit dem Konflikt ist völlig verfehlt
Etwas größer als diese kleine Minderheit dürfte der Kreis derer sein, die den Umgang mit dem Konflikt -besonders in vielen russischen Medien- für völlig verfehlt halten. Zu diesen zählt auch der Satiriker Michail Sadornow, der einer der angesehensten und hellsten Köpfe auf dem gegenwärtigen intellektuellen Olymp Russlands ist.
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„Esten haben hier keinen Zutritt“
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Das Türschild an einem Moskauer Kino „Esten haben hier keinen Zutritt“ fördert ebenso wenig den Dialog der Kulturen, wie die bestellte Randale der Kreml-Jugend um die estnische Botschaft in Moskau.
Die abgrundtiefe Empörung über die Demontage des Kriegerdenkmals in Tallinn wirkt eben auch deswegen nicht sonderlich überzeugend, weil Grabschändung auf russischen Friedhöfen durchaus vorkommt: wie oft werden hier Blumen oder sogar Grabmale in Wodka umgewandelt?
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Gräber für einen Neubau beseitigt
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Unlängst wurden in der Moskauer Vorstadt Chimki auf einem profitablen Baugrundstück die sterblichen Überreste von Sowjetsoldaten, die bei der Verteidigung Moskaus gefallen waren, kurzerhand exhumiert, um einem Neubau Platz zu machen.
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Es gibt eben für Russland genug Gründe, nicht nur im Denkmalstreit mit Tallinn doch auch darauf zu achten, wie das eigene Verhalten in der weiteren Nachbarschaft aufgenommen wird.
Gisbert Mrozek (gim/.rufo/Moskau)
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