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| Rolltreppe in der Moskauer Metro | |
Freitag, 16.01.2004
Neulich in der Metro: Geheimnis untertage
Moskau. Was machen eigentlich die geheimnisvollen Metroangestellten in den blauen Kostümen und den passend designten Mützen? Die Damen, die den ganzen Tag am unteren Ende der Rolltreppe in einem eigens für sie errichteten Gehäuse sitzen? Sind es Nachtgestalten, die niemals das Tageslicht erblicken? Gleich vorweg – wir wissen es nicht, haben aber einige aufschlussreiche Beobachtungen gemacht.
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Den Arbeitsauftrag der besagten Angestellten zu erkennen, ist wirklich nicht einfach, denn meistens starren sie stur vor sich hin. Das muss sehr strapaziös sein, denn gegen Abend schläft die eine oder andere schon einmal ein. Um die müde Mannschaft bei Laune zu halten, hat der Arbeitgeber jetzt sogar begonnen, große Flachbildschirme in den Kabuffs zu installieren. Das Programm ist etwas eingeschränkt, dafür aber voll aus dem Leben gegriffen. Gezeigt wird „Rolltreppe abwärts“.
Wenn die Damen nicht gerade „fern“-sehen, sind sie häufig bei einem Schwätzchen mit Schaffnerinnen oder den Damen in Orange anzutreffen – deren Aufgabe übrigens deutlicher definiert ist: Ihre Ausstattung – Besen und Kehrblech – weisen sie klar als Reinigungskraft aus. Doch zurück zur Ausgangsfrage.
Lassen Sie uns eine Vermutung wagen: Vielleicht handelt es sich bei den blauen Fräulein um Animateure. Darauf deutet unter anderem das Mikrofon in ihrem Gehäuses. Sobald sich genügend Passagiere bei der Rolltreppe versammelt haben, geht es los: „Benutzen sie beide Reihen! Rechts stehen, links gehen! Bitte aufrücken, etwas schneller“, motiviert die Fahrgast-Trainerin über Lautsprecher.
So kommt Leben in die Bude. Und damit Metrofahren so richtig Spaß macht, haben die Fahrgastbetreuerinnen immer einen flotten Spruch auf den Lippen, wie: „Fasst die Wand nicht an, der Putz fällt schon von alleine runter.“
Als Metro-Scouts sind die Damen jedoch gänzlich ungeeignet. Das beweist die Episode, die sich neulich in der Metro zutrug: Ein desorientierter Metronutzer hatte an das Glas-Häuschen geklopft und von der diesmal nicht so gut gelaunten Insassin die Antwort erhalten: Wegauskünfte zu geben, sei nun wirklich nicht ihre Aufgabe. Habe ja nun auch schon so genug zu tun.
(sp/.rufo)
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