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| Der Winterpalast, Rastrellis Meisterwerk. Foto: Deeg | |
Donnerstag, 06.02.2003
Rastrelli ist Schuld an den Eiszapfen
St. Petersburg. In der udmurtischen Hauptstadt Ishewsk hat man den Bösewicht gefunden, der Schuld ist an den bedrohlich von den Häuserdächern hängenden Eiszapfen, die die unangenehme Angewohnheit haben, von Zeit zu Zeit auf die Köpfe der Passanten herabzufallen und ihnen böse Wunden zuzufügen. Es ist kein anderer als der berühmte italienische Architekt Francesco Bartolomeo Rastrelli aus dem 18. Jahrhundert.
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Wie das, fragt sich der unbedarfte Mensch. Ganz einfach – der führte in Russland die Tradition der zweihängigen Dächer ein. Und von denen hängen sie eben herunter – die bösen Eiszapfen.
Herr Rastrelli, der besonders intensiv in St. Petersburg und Umgebung tätig war, und dabei so manches ausgewiesene Prachtwerk des russischen Barock in die unwirtliche russische Landschaft stellte, hatte nämlich vergessen, wo er sich befand. So meint zumindest die Ishewsker Stadtregierung, die zu dem Schluss kam, dass die Dächer seiner Bauten unter den russischen klimatischen Bedingungen nichts taugen. Da Herr Rastrelli ein Meister war, machten es ihm alle nach – und Ishewsk und mit ihm ganz Russland steht nun voller Häuser mit zweihängigen Dächern. Da haben wir das Malheur!
Aber dumm sind sie nicht, die Ishewsker Stadtherren – einen „Inspektor für Eiszapfen“ haben sie sich erdacht. Der wird nächstens mit erhobenem Kopfe durch die Stadt laufen und die Dachränder in strengen Augenschein nehmen. Hausverwaltungen und Privatbesitzer kriegen dicke Strafen aufgebrummt, wenn da irgendetwas hängen sollte, was da nicht hingehört.
In Moskau hat der rührige Bürgermeister Lushkow ein anderes Mittel gefunden – er lässt die hartnäckigen eisigen Dinger unter Hochdruck mit Wasser herunterschießen. Der arme Rastrelli – hätte er sich’s je träumen lassen, dass seine fruchtbare Tätigkeit in Russland solch furchtbare Folgen zeitigen könnte?..
(sb/rUFO)
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