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| Viktor Janukowitsch: Hat er auch nach der Wahl noch Grund zur Freude? (Foto: ukrintell.com) | |
Samstag, 20.11.2004
Ukraine: Dunkle Wolken über Janukowitsch
Von André Ballin, Moskau. Für das Wahlwochenende sagen die Meteorologen schlechtes Wetter in der Ukraine voraus. Dies sind im doppelten Sinne trübe Aussichten für Premier Janukowitsch, der schon in der ersten Runde knapp hinter seinem Konkurrenten Juschtschenko lag. Niedrige Wahlbeteiligung wird somit wahrscheinlich und dies ist schlecht für ihn – sagen Soziologen.
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Nicht nur wegen des Wetters hat sich offenbar auch die russische Führung schon auf Juschtschenko umgestellt. Vor der ersten Runde war Russlands Präsident Putin, der in der Ukraine ein hohes Ansehen genießt, im dortigen Fernsehen aufgetreten, um Janukowitschs Fähigkeiten als Regierungschef zu preisen. Bei einem zweiten Blitzbesuch, zwischen den beiden Urnengängen, ließ er den Premier hingegen beinahe links liegen.
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Es wäre verfehlt, zu glauben, dass der Machtkampf entschieden sei. Doch die eindeutig besseren Chancen hat der Oppositionsführer. Mit zweien seiner Kontrahenten aus dem ersten Wahlgang schloss er inzwischen Bündnisse ab. Unter anderem wird ihn der Sozialist Alexander Moros unterstützen, der am 31. Oktober mit knapp sechs Prozent der Stimmen Dritter wurde.
Was machen die Kommunisten?
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Die große Unbekannte bleiben die Kommunisten. Die ukrainische KP-Führung hatte trotz Drängens ihrer Moskauer Schwesterpartei keinem der beiden verbliebenen Kandidaten ihre Unterstützung zugesichert. Dennoch gelten die Positionen ihrer treuen Wähler denen Janukowitschs näher als denen Juschtschenkos.
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Hinzu kommt die kurz vor den Wahlen verabschiedete Rentenreform der Regierung, die vor allem die älteren Leute anziehen soll. Im ersten Wahlgang wirkte das Bonbon noch nicht, aber einen Versuch hat Janukowitsch noch. Es ist übrigens sein letzter, sollte er versagen.
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Auch Juschtschenko kann sich eine Niederlage politisch nicht leisten. Seine Anhänger sind freilich weitaus motivierter als die der Regierung. Bei offensichtlichem Wahlbetrug könnte Kiew eine „Kastanienrevolution“, ähnlich der georgischen „Rosenrevolution“ vor einem Jahr blühen.
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Dem Land wäre der von Altpräsident Kutschma versprochene friedliche Wahltag und ein neuer demokratisch legitimierter Präsident zu wünschen.
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