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| Die Atlanten am Portal der Neuen Eremitage mussten dem Kunstraub hilflos zusehen. | |
Dienstag, 01.08.2006
Kunstraub in der Eremitage erregt die Gemüter
St. Petersburg. Was nur eine Routinekontrolle der Bestände sein sollte, zeitigte böse Ergebnisse: Aus der weltberühmten Petersburger Eremitage sind Juweliergegenstände im Wert von knapp 4 Mio. Euro verschwunden.
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Am Montagabend trat die Leitung der Eremitage mit der Information an die Öffentlichkeit, aus den Magazinen des Museums seien 221 Gegenstände der Juwelierkunst (zum größten Teil Emaillen) spurlos verschwunden. Es handelt sich wahrscheinlich um Werke aus dem 17. bis 19. Jahrhundert.
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Plötzlicher Tod des Kustos gibt Rätsel auf
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Die Überprüfung in der Abteilung für Juwelierkunst hatte bereits vor knapp einem Jahr begonnen und verlief, wie üblich, unter der Kontrolle des russischen Kulturministeriums. Ein mysteriöses Detail: Drei Monate nach Beginn der Revision starb die 46jährige Kustodin der Sammlung direkt an ihrem Arbeitsplatz an Herzversagen.
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Ob die Frau etwas mit dem Raub zu tun hatte oder nicht, sei dahingestellt. Tatsache ist jedoch: Der Raub der Kunstgegenstände kann nicht ohne Wissen oder Zutun von Mitarbeitern des Museums vonstatten gegangen sein.
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Völlig unzureichende Kontrollmechanismen
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Die Eremitage hat, wie die meisten altehrwürdigen Museen Russlands, völlig unzureichende Sicherheitssysteme. Die Mitarbeiter werden kaum kontrolliert, wenn sie das Museum betreten und verlassen. Wie die Eremitage selbst zugibt, funktioniert das alte Prinzip, den Mitarbeitern volles und unbegrenztes Vertrauen entgegenzubringen, heute nicht mehr.
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Die Eremitage nimmt das traurige Ereignis derweil zum Anlass, um auf ihre richtige „Politik“ hinzuweisen: Gerade weil das Kontrollsystem so veraltet ist, sei alle Kraft des Museums auf die Verbesserung der Sicherheit ausgerichtet.
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Im supermodernen neuen Magazin am Stadtrand von Petersburg funktioniert es bereits. Die Hauptexponate lagern jedoch in den Gebäuden am Schlossplatz. Diese mit modernen Kontrollmechanismen auszustatten, scheitert bisher am Maßstab des Unternehmens und den fehlenden finanziellen Mitteln.
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Arbeit für die Petersburger Miliz
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Mit diesem Problem schlagen sich so gut wie alle großen Museen Russlands herum. Im Argen liegt auch die Verteilung der Verantwortlichkeiten für die eine oder andere Sammlung. So kommt es durchaus vor, dass Gegenstände im Magazin fehlen, dann aber wieder an anderer Stelle im Museum auftauchen. Unlängst hatte das Russische Museum solch einen Fall zu vermelden.
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Was die verschwundenen Kunstgegenstände betrifft, so muss jetzt die Petersburger Miliz zum Einsatz kommen. Es besteht die Hoffnung, dass sie auf irgendwelchen Antiquitätenmärkten abgefangen werden, bevor sie in Privatbesitz übergehen.
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Aber auch das ist nicht mehr als eine Hoffnung, denn niemand kann sagen, zu welchem Zeitpunkt sie aus dem Fonds verschwunden sind. Sollte der Raub Monate her sein, sind die Juwelierstücke längst über alle Berge. (sb/.rufo)
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