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Mittwoch, 25.02.2004

Stalingrad im deutschen und im russischen Gedächtnis

Von Uta Herrmann, Berlin. Über drei Monate zeigte das Deutsch-Russische Museum in Berlin-Karlshorst die Ausstellung ‚Stalingrad Erinnern. Stalingrad im deutschen und russischem Gedächtnis’. Am Freitag den 27. Februar eröffnet die Schau jetzt im ‚Zentralen Museum der Streitkräfte’ in Moskau, das für die Sonderausstellung viele Exponate zur Verfügung stellte.

„Wir freuen uns eine russische Variante der Berliner Dokumentation in Moskau zu zeigen. Weiß man doch hier recht wenig darüber, wie die Deutschen über Stalingrad dachten und heute denken“, meinte Olga Tirimirowa vom Moskauer Museum.

Über sechzig Jahre nach der weltgeschichtlichen Schlacht, die 1942/1943 an der Wolga ausgetragen wurde, wandte sich das Deutsch-Russischen Museum in Berlin erneut dem Thema zu. „Aber nicht den Schlachtverlauf wollten wir zum wiederholten Male repetieren, sondern aufzeigen, was aus dem Begriff gemacht wurde“, erklärte Museumsleiter Peter Jahn das Anliegen.

Wer wissen wollte, wie Kriegsberichterstatter, Journalisten, Karikaturisten, Schriftsteller, Bildhauer, Maler, Architekten, Fotografen, Propagandisten, Autoren von Dokumentar- und Spielfilmen die Schlacht aus sehr verschiedenen Perspektiven verwerteten, Mythen und Denkmale schufen, Leid und Trauer ausdrückten, Erinnerungen und Gedächtnis wachzuhalten suchten, der trifft in der Ausstellung auf ein informatives Angebot aus der Geschichte der Sowjetunion und des nachsowjetischen Russlands, der Bundesrepublik, der DDR und des vereinten Deutschlands.

„Heldenepos“, „Opfergang“, Tragödie“ oder „Lehrstück“ sind nur einige Deutungsmuster in der sowjetischen, der westdeutschen und der ostdeutschen Erinnerung an das Ereignis von Stalingrad. Was war das Chiffre „Stalingrad“ in einzelnen Geschichtsperioden im Selbstverständnis der Russen und Deutschen?

Für die Sowjetunion wurde die Schlacht zum historischen Zeichen des unabwendbaren Sieges. Auch nach dem Krieg wurde daran erinnert, was seinen Ausdruck im monumentalen Denkmalsensemble auf dem Mamajew-Hügel fand. Und die Ausstellung führte bis in die Gegenwart – sie präsentierte Beispiele der Vermarktung von Geschichte: Wodkaflaschen mit Schlachtlob-Sprüchen und ein Bild des „Generalissimus“.

In der Bundesrepublik Deutschland wurde in den fünfziger Jahren vor allem an das „Opfer“ der 6. Armee und den Verrat der Naziführung erinnert. Die DDR sah darin das Resultat einer verbrecherischen Politik. Der Untergang der 6. Armee galt als Lehrstück, das auch in der Auseinandersetzung um die Remilitarisierung benutzt wurde.

1991 beschlossen die Bundesregierung Deutschland und die Russische Föderation, im Zeichen der neuen Zusammenarbeit ein gemeinsames Museum zur Erinnerung an die deutsch-sowjetischen Beziehungen, vor allem aber an den Krieg 1941 bis 1945, zu gründen. In dem Haus in Berlin-Karlshorst, das nach 1945 Sitz der Sowjetischen Militäradministration war, entstand das Deutsch-Russische Museum. Es dokumentiert die Geschichte mit vielfältigen Originalstücken, einer Text- und Bilddokumentation sowie filmischen und akustischen Dokumenten.

Die Dauerausstellung zeigt unter anderem Feind- und Propagandabilder, die Kriegsplanung 1940/41, Kriegsverlauf und Soldatenalltag, nationalsozialistische Vernichtungspolitik, das Leben der sowjetischen Zivilbevölkerung, sowjetische und deutsche Kriegsgefangene sowie die letzte Phase des Krieges in Deutschland. Neben den ständigen Exponaten präsentiert das Museum jährlich zwei bis drei historische Sonderausstellungen.

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