Montag, 22.03.2010

Tretjakowgalerie zeigt Sozrealismus mit frischem Blick

Bau von neuen Zechen, heißt dieses Bild von Alexander Deineka
Moskau. Alexander Deineka ist der bekannteste Vertreter des Sozialistischen Realismus. Seine Retrospektive in der Tretjakow-Galerie zeigt jedoch: Deinekas Kunst machen nicht nur Pioniere, Skiläufer und kräftige Arbeiterinnen aus.
Einige Werke von Alexander Deineka sind noch aus sowjetischen Lehrbüchern bekannt, wie etwa „Die Verteidigung von Sewastopol“ oder „Die Stachanowisten“, so dass der Künstler in erster Linie mit diesen schon Überdruss erregenden Bildern assoziiert wird.

Koordinaten
Die Ausstellung dauert bis zum 23. Mai.

Die neue Tretjakow-Galerie befindet sich am Krimski Wall 10

Metro: Park Kultury
Die neue Ausstellung in der Tretjakow-Galerie am Krimski Wall ist ein Versuch, Deinekas Kunst 40 Jahre nach seinem Tod möglichst umfassend zu dokumentieren.

Vom Plakat bis zu monumentalen Mosaiken


In der Galerie sind seine ersten Plakate aus den 20er Jahren und frühe Bilder zu sehen, in denen er eine Verschmelzung von Plakat, Malerei und Architektur anstrebte – ganz auf der Welle der damaligen Vorliebe für den Konstruktivismus.

Dann geschah der Übergang zum eigentlichen Sozrealismus: Fabriken und Arbeiter; Kinder, die träumend auf Flugzeuge im Himmel schauen; und Frauen, die eher muskulös als graziös sind.

Es gibt aber auch eine Reihe überraschend lyrischer Landschaften und Städtezeichnungen, die Deineka während seiner Reise nach Italien in den 30er Jahren machte.

Ein Teil der Ausstellung stellt eine Fotogalerie von der Metrostation Majakowskaja dar: die 35 Mosaiken, die das Gewölbe der bekannten Moskauer Station prägen, wurden ebenfalls von Deineka angefertigt. In der Galerie kann man die Mosaiken betrachten, ohne den Kopf in den Nacken nehmen zu müssen.

Zwei Stockwerke für die Ausstellung


Die umfangreiche Retrospektive versammelt an einem Ort beinahe alle Werke von Alexander Deineka. Sonst sind diese zwischen der Tretjakow-Galerie selbst, dem Russischen Museum in Sankt Petersburg und der Deineka-Gemäldegalerie in Kursk verteilt.

Um sich einen vollen Überblick von seiner Kunst zu verschaffen, sind daher mehrere Stunden im Museum nötig. Und auch dann ist es nicht garantiert, dass ein Mal für die beiden Stockwerke von Alexander Deinekas Kunst ausreicht.