Samstag, 16.05.2020

Geschichte Russland: Adelstöchter und Revolutionäre

St. Petersburg. 1948 gehörte die Sowjetunion zu den ersten Staaten, die die Gründung des Staates Israel anerkannten. Am 16. Mai desselben Jahres wurden zwischen beiden Ländern diplomatische Beziehungen aufgenommen. Während des Sechstagekrieges von 1967 brachen sie wieder ab und wurden erst 1991, also 24 Jahre später, wiederhergestellt.
1764 kam es in St. Petersburg zu einem bemerkenswerten Ereignis – mit dem „Smolny-Institut für adelige Töchter“ entstand die erste Lehranstalt für Frauen. Hier wurden Adelstöchter zwischen sechs und 18 Jahren erzogen und bekamen eine solide und allseitige Bildung.

Zu späteren Zeiten beschränkte sich der anfangs so progressive Unterricht allerdings immer mehr auf die drei K – Kinder, Küche und Kirche.

Eine Ironie der Geschichte ist, dass sich in dem nach der Februarrevolution verlassenen klassizistischen Gebäude des Smolny-Instituts 1917 die Bolschewiki einnisteten und von dort ihren „bewaffneten Aufstand“ leiteten, mit dem sie im Oktober die Macht übernahmen. Vor dem Umzug nach Moskau residierte hier der von Lenin geführte Rat der Volkskommissare.

Während die adeligen Töchter schon in alle Winde verstreut waren, hatte zu Sowjetzeiten die kommunistische Partei ihren Sitz im Smolny. Heute beherbergt der einstige Hort der weiblichen Tugend die Petersburger Stadtregierung.

(sb/.rufo)



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