Sonntag, 20.10.2019

Geschichte Russland: Das Stehen an der Ugra

St. Petersburg. Das Tatarenjoch, unter dem Russland zwei Jahrhunderte lang zu leiden hatte, ging 1480 ganz unspektakulär mit einem wochenlangen Nervenkrieg zwischen den Truppen von Fürst Iwan III. und Khan Achmed am Grenzfluss Ugra zu Ende.
Die als „Stehen an der Ugra“ in die Geschichte eingegangene Auseinandersetzung begann am 20. Oktober 1480. Für das immer mehr erstarkende Moskauer Fürstentum bildeten die Reste der tatarisch-mongolischen Besatzer im Lande das letzte Hindernis zur vollen Machtentfaltung.

Der Khan der Goldenen Horde wollte sich mit dem Machtverlust jedoch nicht abfinden und suchte die militärische Konfrontation. Doch zu der kam es nicht: Die beiden Heere standen sich wochenlang gegenüber, ohne das es zu Kampfhandlungen kam.

Als der russisch-litauische Grenzfluss Ugra schließlich zu frieren begann, musste eine Entscheidung fallen. Am 11. November zogen sich die Kontrahenten kampflos zurück. Aus historischer Sicht betrachtet markierte dieses vom militärischen Standpunkt her einmalige Ereignis das Ende der Tatarenherrschaft in Russland.



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