Sonntag, 24.05.2020

Geschichte Russland: Die „Aurora“ läuft vom Stapel

St. Petersburg. Am 24. Mai 1900 ließ die Werft der Neuen Admiralität in St. Petersburg den Panzerkreuzer zu Wasser, der den berühmten Signalschuss zum Sturm des Winterpalastes durch die Bolschewiki im Oktober 1917 abgab. Heute dümpelt der von Grund auf überholte Kahn auf den Wassern der Großen Newka.
Die Geschichte des Panzerkreuzers „Aurora“ ist reich an Ereignissen. Die Feuertaufe bekam das Schiff schon auf dem Weg zur unrühmlichen Seeschlacht von Tsuschima im russisch-japanischen Krieg .

Admiral hält britische Fischtrawler und auch Aurora für japanische Torpedoboote


Als die russische Ostseeflotte auf dem Weg in den Fernen Osten die Nordsee passierte, wurden britische Fischerboote von der russischen Flottenführung irrtümlich für japanische Torpedoboote gehalten und beschossen. Auch die Aurora wurde vom eigenen Flaggschiff als "Japaner" eingestuft und schwer unter Beschuss genommen.

Während der Seeschlacht von Tsuschima konnte die Aurora aber als eines von wenigen russischen Kriegsschiffen fliehen und kehrte nach Kriegsende 1906 schwer beschädigt nach Hause zurück.
Die folgenden Jahre diente es als Schulschiff für Marinekadetten und geriet 1916-1917 bei einer Modernisierung unter den Einfluss revolutionärer Matrosen. Dieser Abschnitt im Leben der „Aurora“ endete völlig konsequent mit dem bereits erwähnten Schuss auf das Winterpalais.

In den 1920er und 1930er Jahren diente der Panzerkreuzer erneut als Schulschiff, bevor er Ende der 30er Jahre völlig seeuntauglich wurde und zur stehenden Hafenbasis für U-Boote degradierte. Während der Belagerung von Leningrad lag die „Aurora“ im Hafen von Oranienbaum und bekam 1.300 Durchschüsse.

Nach einer erneuten Reparatur bekam das Schiff seinen „ewigen Ankerplatz“ an der Petrograder Uferstraße. Zum 70. Jahrestag der Oktoberrevolution 1987 fast völlig neu geschaffen, beherbergt die „Aurora“ bis heute eine Filiale des Zentralen Kriegsmarine-Museums und ist nach wie vor ein beliebtes Touristenziel.

Und hier noch zwei Daten aus der jüngsten Geschichte Russlands: Am 24. Mai 2007 forderte eine Methanexplosion in einer Grube im westsibirischen Nowokusnezk 38 Tote. Wie so oft bei solchen Unglücken, wurde als Ursache "fahrlässiges Missachten der Sicherheitsvorkehrungen" festgestellt.

Am 24 Mai 2008 gewann Dima Bilan als erster Russe den Eurovision Song Contest mit seinem Lied "Believe". Die russischen Schlagerliebhaber waren natürlich aus dem Häuschen!

(sb/.rufo)


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