Sonntag, 30.07.2017

Geschichte Russland: Kommunismus in 20 Jahren

St. Petersburg. Am 30. Juli 1961 veröffentlichte das Parteiorgan „Prawda“ ein Dokument, das den Sowjetbürgern hoch und heilig versprach, in 20 Jahren würde das Land im Kommunismus leben. Was aus diesen Versprechungen geworden ist, wissen wir heute nur allzu gut.
Der erwähnte Text war der Entwurf zum Dritten Programm der KPdSU, das im Oktober beim XXII. Parteitag angenommen wurde. Weltberühmt wurde vor allem der letzte Satz des langen Opus, der da lautete: „Die Partei verkündet feierlich: Die heutige Generation der sowjetischen Menschen wird unter dem Kommunismus leben!“

Die aus hochrangigen Gelehrten und Publizisten bestehende Autorengruppe hatte Generalsekretär Nikita Chruschtschow mehrheitlich von gewagten Wirtschaftsprognosen und konkreten Fristen abgeraten, aber der Parteichef wollte natürlich nicht auf sie hören.

Zwanzig Jahre später war vom Kommunismus weit und breit nichts zu sehen, und auch der Anfang der 80er Jahre deklarierte „entwickelte Sozialismus“ war eine Karikatur seiner selbst. Nicht mal zehn Jahre später landete die Sowjetunion dann vollends auf dem Müllhaufen der Geschichte.

(sb/.rufo)



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