Mittwoch, 06.09.2017

Geschichte Russland: Leningrad wird St. Petersburg

St. Petersburg. Am 6. September 1991 bekam Leningrad seinen historischen Namen zurück. Die UdSSR erkennt die Unabhängigkeit der Baltischen Republiken an.
Von 1914 bis 1924 hatte die ehemalige russische Hauptstadt Petrograd geheißen und nach Lenins Tod den Namen des Revolutionsführers erhalten.

Für die Rückkehr des alten Namens St. Petersburg. hatten sich am 12. Juni 1991 54 Prozent der Bewohner in einem Referendum ausgesprochen. Im Vorfeld war eine erbitterte Diskussion geführt worden.


Leningrad“ war in den damals herrschenden Zeiten der Neubewertung der Werte ein Symbol für das verhasste Sowjetregime geworden. „Petersburg“ sollte die Anknüpfung an die 1917 jäh abgebrochene Entwicklung Russlands symbolisieren.

Die Verteidiger des sowjetischen Namens betonten dagegen, nur als Leningrad könne die Stadt die Erinnerung an die ruhmreiche Geschichte der Belagerung im Zweiten Weltkrieg wahren.
Am selben Tag erkannte die Sowjetunion die Unabhängigkeit der drei Baltischen Republiken Estland, Lettland und Litauen an. Im Gegensatz zu Tschetschenien, das sich damals ebenfalls für unabhängig erklärte, hat die Souveränität der drei Ostsee-Anrainer bis heute Bestand.

(sb/.rufo)


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