Donnerstag, 23.04.2020

Geschichte Russland: Perestroika beginnt, Jelzin tot

St. Petersburg. Der 23. April 1964 ist der Geburtstag des berühmten Moskauer Theaters an der Taganka. Das Premierenstück war damals Brechts „Der gute Mensch von Sezuan“, inszeniert wurde es von Juri Ljubimow, der das Theater bis heute leitet.
Wir haben bereits berichtet, wie das Wort „Perestroika“ zum ersten Mal in der Öffentlichkeit erklang. Heute ist es nun an der Zeit, die offizielle Geburtsstunde der Politik zu erwähnen, die nicht nur die Sowjetunion auf den Kopf stellen sollte.

Geschehen ist dies am 23. April 1985 auf einem Plenum des Zentralkomitees der KPdSU. Michail Gorbatschow hielt einen Vortrag, in dem er die vorangegangene Periode als „Zeit der Stagnation“ bezeichnete und einen neuen Kurs in Richtung Beschleunigung der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung des Landes verkündete.

Dass der angestrebte Umbau im Endeffekt zum Zusammenbruch der Sowjetunion führen sollte, hatte „Gorbi“ zu keiner Zeit beabsichtigt und sich am 23. April 1985 sicher auch in den schlimmsten Alpträumen nicht vorstellen können.
Am 23. April 2007 starb der erste russische Präsident Boris Jelzin an einer fortgeschrittenen Herz-Kreislaufschwäche. Er wurde am 25. April unter großer Anteilnahme der Bevölkerung auf dem Prominentenfriedhof des Moskauer Neujungfrauen-Klosters beigesetzt.

(sb/.rufo)


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