Freitag, 23.03.2018

Geschichte Russland: Rasputins Mörder hat Geburtstag

St. Petersburg. Am 23. März 2001 versanken mit der Raumstation „Mir“ 15 Jahre Weltraumforschung im Stillen Ozean. An diesem Tag des Jahres 1887 wurde Graf Felix Jussupow geboren, der als Mörder des „Wunderheilers“ Grigori Rasputin in die Geschichte einging.
Die Ermordung Rasputins war ein Krimi par excellence. Eine Handvoll Adliger, allen voran das heutige Geburtstagskind Jussupow, hatte sich im November 1916 zusammengefunden, um dem Leben des scheinbar mit magischen Kräften ausgestatteten sibirischen Bauernsohns ein Ende zu setzen.

Verhängnisvoller Einfluss auf den Zaren


Durch seinen heilenden Einfluss auf den bluterkranken Thronfolger Alexej hatte sich Rasputin einen festen Platz in der Zarenfamilie erobert. Hätte er sich damit begnügt, wäre ihm das schlimme Ende erspart geblieben. Da er jedoch immer stärker in die politischen Entscheidungen von Zar Nikolaus II. eingriff, war er dem Hochadel bald zutiefst verhasst.

Jussupow und seine Mitstreiter beschlossen, dieser unheilvollen Entwicklung ein Ende zu setzen. Sie sahen darin den Versuch, Russland vor dem Untergang zu retten. Angesichts der mehr als desolaten Lage im Ersten Weltkrieg und der immer stärker werdenden Unzufriedenheit im Volke musste etwas geschehen. Dass Rasputins Tod das Land natürlich nicht mehr vor der heranreifenden Revolution bewahren konnte, steht auf einem ganz anderen Blatt.

Vergiftet, erschossen, erschlagen und ertränkt


Der Plan war einfach – Rasputin kam am späten Abend des 16. Dezembers auf Einladung in das prunkvolle Stadtpalais des Grafen Jussupow und wurde dort mit vergifteten Törtchen und vergiftetem Madeira bewirtet. Zum hellen Schrecken des Gastgebers zeitigte das Gift jedoch keine Wirkung.

Ein präzise gesetzter Schuss aus einer Pistole schien dann das Ende zu sein für den „Wunderheiler“. Doch Minuten später war er wieder auf den Beinen und entkam in den Innenhof. Weitere Schüsse brachten ihn erneut zu Fall, und in rasender Wut bearbeitete Jussupow sein Opfer auch noch mit einer schweren Hantel.

Danach schaffte man Rasputin aus der Stadt und schob ihn unter das Eis der Kleinen Newka. Als die Leiche zwei Tage später geborgen worden war, ergab die Obduktion, dass Rasputin im Endeffekt ertrunken war.

Als seine Mörder ihn in das eisige Wasser schoben, hatte er also noch gelebt…

Unser Geburtstagskind kam glimpflich davon. Die einzige Strafe war seine Verschickung auf die Familiendatscha. Im Land wurde er unterdessen wie ein Held gefeiert. Nach der Revolution verließ Jussupow mit seiner Familie Russland. Das Stadtpalais an der Moika gehört heute zu Petersburgs schönsten Gebäuden und touristischen Höhepunkten.

(sb/.rufo)



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