Donnerstag, 20.07.2017

Geschichte Russland: Staat bekommt Alkoholmonopol

St. Petersburg. Am 20. Juli 1893 verschaffte sich der russische Staat per Absegnung im Staatsrat die Vormacht für den „staatlichen Verkauf von Getränken“, modern ausgedrückt: das Alkoholmonopol. Das Ergebnis: 1913 machten diesbezügliche Einnahmen 26 Prozent des Staatshaushalts aus.
Die Kontrolle über Verkauf und Ausschank von alkoholischen Getränken durch den Staat begann ansatzweise unter Zar Alexander II., der 1863 eine Alkoholsteuer einführte. Sein Ziel war u. a. die Einschränkung der Trunksucht, doch Statistiken aus jener Zeit zeigen ein anderes Bild: Die Bevölkerung trank weiter wie gehabt, und die Einnahmen des Staates stiegen nur unerheblich.

1893 griff Alexander III. dann zu einem radikaleren Mittel, indem er den Alkoholverkauf vollends unter staatliche Fittiche nahm. Zuerst galt das Monopol nur in den Gouvernements Orenburg, Perm, Samara und Ufa; bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts hatte es sich in 75 Gouvernements durchgesetzt.

Wie aktuell die Frage des Alkoholkonsums in Russland bis heute ist, zeigen die jüngsten Versuche, den Alkoholverkauf einzuschränken und neuen steuerlichen Regelungen zu unterwerfen. Nichtsdestotrotz bleibt der Alkoholismus eins der größten sozialen Probleme des Landes.

(sb/.rufo)



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