Donnerstag, 26.10.2017

Geschichte Russland: Tragödie im Musical Nord-Ost

St. Petersburg. Am 26. Oktober 2002 begannen Polizisten der Sondereinheit Alfa den Sturm auf das Dubrowka-Theater in Moskau, wo tschetschenische Geiselnehmer über 700 Menschen in ihrer Gewalt hielten. Der Sturm kostete über 100 Menschen das Leben.

Das Geiseldrama im Musical Nord-Ost dauerte insgesamt fast drei Tage. Nachdem Verhandlungen über die Freilassung der Geiseln gescheitert waren, entschied sich die Polizei zum Sturm des Gebäudes.

Dabei setzten die Truppen ein Betäubungsgas ein, um die Terroristen außer Gefecht zu setzen. Die Zusammensetzung des Gases ist bis heute geheim. Es tötete insgesamt mindestens 130 Geiseln.
Am 26. Oktober 1920 fasste die Sowjetregierung den Beschluss, die besten der im Laufe der Enteignungen angehäuften Kunstwerke ins Ausland zu verkaufen. Auf diese Weise flossen unschätzbare Werte aus dem Land heraus.

Der Hintergrund für diese Entscheidung war u. a. die verheerende soziale Not in der jungen Republik. Lenin und Trotzki versprachen sich Millionen und gar Milliarden Rubel von der Aktion, aber diese Hoffnungen erfüllten sich nicht.

Der in den anschließenden zehn Jahren folgende Ausverkauf russischen Kulturguts schwächte mehr das nationale Kulturerbe als es die Kassen des selbsternannten ersten sozialistischen Staates der Welt füllte.

(ab/sb/.rufo)


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