Mittwoch, 04.03.2020

Russland Geschichte: Alexander II. und die freie Wahl

Moskau. Am 4. März 1855 bestieg Alexander II., der Befreierzar, den russischen Zarenthron. Ebenfalls am 4. März, aber bereits im Jahre 1990, fanden die ersten freien und alternativen Wahlen in Russland statt, genau genommen in der RSFSR.
Die Wahlen waren logische Konsequenz der von Michail Gorbatschow (der übrigens am 2. März 1931 geboren ist) eingeleiteten Perestroika. Bei den Wahlen in der Russischen Sozialistischen Föderativen Sowjetrepublik (RSFSR), der größten Teilrepublik der Sowjetunion (Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken – UdSSR) gingen aber als stärkste Kraft die von Boris Jelzin angeführten radikaleren Reformer hervor.

Anderthalb Jahre später hatten sich die politischen Widersprüche zwischen Konservativen und Radikalreformern so zugespitzt, dass es zum Augustputsch 1991 kam, der geradewegs zum Zusammenbruch der Sowjetunion führte.

Auch die Reformprozesse, die Zar Alexander II. nach seiner Thronbesteigung am 4. März 1855 einleitete, führten in der Konsequenz zum Zusammenbruch seines Reiches, allerdings posthum. Alexander II. verfügte u.a. am 3. März 1861 die Aufhebung der Leibeigenschaft für die Bauern in Russland.
Es gibt allerdings auch die gut begründete Meinung, dass nicht Alexanders Reformen, sondern ihre Halbherzigkeit und Inkonsequenz kombiniert mit den Fehlern seiner Nachfolger schließlich zu den revolutionären Unruhen 1904 und 1905 und endlich zur Oktoberrevolution 1918 führten.

(him/.rufo)



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