Freitag, 25.05.2018

Russland Geschichte: Aus finstersten Tiefen

St. Petersburg. Heute wird unsere Erzählung über Ereignisse in der russischen Geschichte diejenigen erfreuen, die diesem Land die finstersten und schrecklichsten Dinge zutrauen. Leider liefert die Historie nicht wenig Argumente für Russophobie solcher Art. Hier eine Kostprobe.
Am 15. Mai 1591 (nach dem alten Kalender) starb in Uglitsch unter ungeklärten Umständen Zarewitsch Dmitri, ein Sohn Iwans des Schrecklichen. Obwohl nie bewiesen, wird der spätere Zar Boris Godunow beschuldigt, den rechtmäßigen Thronerben beseitigt zu haben. In größeren historischen Zusammenhang gestellt, gehört das Ereignis zu den Auslösern der berühmten „Zeit der Wirren“.

1666 wird der gegen die Kirchenreform auftretende Protopope Awwakum in ein Kloster verbannt. Die Kirchenführer führen endlose Dispute mit ihm, aber er will sich nicht von der Notwendigkeit der Reformen überzeugen lassen. Es endet, wie es enden muss: Awwakum sitzt drei Jahre in einem Erdgefängnis und wird im April 1682 bei lebendigem Leibe verbrannt.

1682 kommt es zum Aufstand der Strelitzen (Schützen) gegen die Ernennung des damals zehn Jahre alten Peter I. zum Zaren. Aufwieglerin war Peters Halbschwester Sofja, die damals die Regentschaft für Peter und seinen geistig zurückgebliebenen Bruder Iwan V. innehatte. Jahre später wird Peter, endgültig an die Macht gelangt, sich grausam an den Strelitzen rächen.

Um beim Thema "Finsterheit" zu bleiben: Am 25. Mai 2005 legte ein Stromausfall große Teile der russischen Hauptstadt und des Umlandes lahm. Die Schäden beliefen sich nach unterschiedlichen Schätzungen auf bis zu 1,5 Milliarden Euro.
Aber nun genug der Schrecklichkeiten. Die nächsten Kalenderblätter werden hoffentlich wieder Anlass zur Russophilie geben – an der zugegebenermaßen ja auch nicht wenige Menschen leiden…

(sb/.rufo)



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