Freitag, 17.03.2017

Russland Geschichte: Balletttänzer und Dichter

St. Petersburg. Am 17. März 1938 erblickte der weltberühmte Balletttänzer Rudolf Nurejew das Licht der Welt. 1922 hatte die Sowjetregierung die Einrichtung eines Puschkin-Museumsareals beschlossen.
Nurejews Leben fing bereits ungewöhnlich an, kam er doch auf einer Zugfahrt in der Nähe von Irkutsk zur Welt. Seine atemberaubende Karriere begann am Leningrader Kirow-Theater, doch sein extrem schwieriger Charakter brachte ihm von Anfang an eine Menge Ärger ein.

In Paris abgesetzt


Da er sich nicht an die harten sowjetischen Spielregeln halten wollte, bekam er bald Auftrittsverbot im Ausland und musste sich mit zweitklassigen Tourneen durch das weite Sowjetland begnügen.

Seine Stunde schlug 1961, als er für einen verletzten Solisten einspringen musste und nach Paris mitfahren durfte. Dort setzte er sich von seiner Truppe ab und blieb im Westen. Russland sollte der 1993 an AIDS verstorbene Weltstar nie wieder sehen.

Puschkin bekommt ein Gedenk-Areal


Am 17. März 1922 beschloss die Sowjetregierung, im Gebiet Pskow in Michailowskoje und drum herum ein Museums-Areal für den Nationaldichter Alexander Puschkin anzulegen. Hier hatten Puschkins Eltern ein Landgut.

Der für die Obrigkeit unbequeme und freidenkerische Puschkin musste in Michailowskoje zwischen 1824 und 1826 fast zwei Jahre in der Verbannung schmoren.

Dies bewahrte ihn nach Meinung von Experten vor der Verschickung nach Sibirien oder gar einer Hinrichtung, denn wäre er im Dezember 1824 in Petersburg gewesen, hätte er höchstwahrscheinlich am Aufstand der Dekabristen teilgenommen.

1837 fand „unser Alles“, wie Puschkin in Sowjetzeit glorifiziert worden war, seine letzte Ruhestätte im Swjatogorsker Kloster unweit des elterlichen Guts.
Seit Jahrzehnten ist Michailowskoje so etwas wie ein Pilgerort für Literaturliebhaber. Zudem sind die über mehrere Orte verteilten Gedenkstätten in eine sehr malerische Landschaft eingebettet.

(sb/.rufo)



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