Sonntag, 15.03.2020

Russland Geschichte: Das Ende des Zarenreiches

Moskau. Im März häufen sich die revolutionären Ereignisse, sei es in der Spätphase der Sowjetunion, sei es im russischen Imperium. Am 15. März 1917 verzichtete Zar Nikolaus II. auf den Thron. Fast genau hundert Jahre früher, am 15. März 1818, hatte Zar Alexander I. erstmals eine Verfassung für Russland versprochen.
Bei der Eröffnung des polnischen Parlaments 1818 erklärte Alexander I., dass er die Verfassung des Königreichs Polen (das zum Zarenreich gehörte) als unantastbar achten werde. Russland müsse sich insgesamt in Richtung einer Verfassung entwickeln.

Im Auftrag Alexanders wurde ein erstes russisches Verfassungsmodell entworfen, in dem die zaristische Selbstherrschaft und rechtsstaatliche Ideen kombiniert wurden. Alexander I. entschied sich später aber gegen die Verfassungsidee und enttäuschte damit seine Anhänger.
Am 15. März 1917 neuen Stils (2. März alten Stils) erklärte Zar Nikolaus II. in seinem Waggon auf einem Abstellgleis des Bahnhofs in Pskow seinen Verzicht auf den Thron des Herrschers aller Reussen. Zuvor hatte er noch die Ernennungsurkunden für die Provisorische Regierung unterzeichnet.

Auf Drängen der fünf Oberkommandierenden der fünf Frontabschnitte verzichtete Nikolaus II. zugunsten seines Bruders, des Großfürsten Michail Alexandrowitsch Romanow. Dieser macht allerdings den Antritt der Herrschaft von der Zustimmung des Volkes und der Duma abhängig. Damit war das Zarenreich beendet.

(him/.rufo)

Mehr über Russlands Geschichte im Russland-Aktuell-Lexikon >>>
Die Lage an den Fronten des II.Weltkrieges >>>