Freitag, 23.06.2017

Russland Geschichte: Dichterin Achmatowa geboren

St. Petersburg. Am 23. Juni 1890 wurde die Dichterkönigin des Silbernen Zeitalters, Anna Achmatowa, geboren. In sowjetischer Zeit Verfolgungen ausgesetzt und zeitweise mit Schreibverbot belegt, gewann die Dichterin gegen Ende ihres Lebens Anerkennung im In- und Ausland.
Ihre Karriere hatte viel versprechend begonnen. Sie schloss sich 1910 der Dichtergruppe der Akmeisten an und bereits ihr zweiter Gedichtsband „Rosenkranz“ (1913) machte sie berühmt.

Die Qualen begannen nach der Revolution: 1921 wurde ihr Gatte, der ebenfalls bekannte Dichter Nikolai Gumiljow, erschossen. Seit Anfang der 1930er Jahre war ihr Sohn Lew Gumiljow Verfolgungen ausgesetzt.

1946 wurde Achmatowa nach einer Hetzkampagne aus dem Schriftstellerverband ausgeschlossen und durfte nichts mehr veröffentlichen. Damals wandte sie sich der Übersetzerarbeit zu.

Nach Stalins Tod wich der Druck, es begann die Rehabilitation. 1964 erschien „Der Lauf der Zeit“. Das zwei Jahre zuvor abgeschlossene „Poem ohne Held“, an dem die Dichterin 22 Jahre gearbeitet hatte, kam aber erst in den Jahren der Perestroika an die Öffentlichkeit.

1964 wird Achmatowa in Italien mit einem Literaturpreis ausgezeichnet und bekommt die Ehrendoktorwürde der Universität Oxford. Im selben Jahr übernimmt sie die Leitung des Schriftstellerverbands. Sie starb am 5. März 1966.

(sb/.rufo)



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