Freitag, 20.03.2020

Russland Geschichte: Geburtstag der Kopeke

Moskau. Der 20. März 1535 erschütterte die damalige russische Geschäftswelt. Die Mutter des minderjährigen Iwan IV. (später „der Schreckliche“ genannt) verfügte nämlich eine radikale Währungsreform.
Alle Münzen alter Prägung, alle beschnittenen Münzen und alle aus minderwertigem Metall hergestellten Münzen wurden ungültig. Als Zahlungsmittel sollten künftig nur noch neue Silbermünzen gelten, die in staatlichen Münzprägeanstalten hergestellt wurden.
Die neue eingeführte Kopeke (auch „Nowgorodka“ genannt) war mit 0,68 g Silber die größte Währungseinheit. 34 Gramm Silber wog die Denga oder Moskowka.

Die Kopeke oder Nowgorodka wurde so genannt, weil sie in Nowgorod hergestellt wurde und die Darstellung eines Reiters mit Lanze (russisch Kopjo) trug.

Den Rubel gab es damals nur als eine reine Verrechnungseinheit (so wie heute die U.E.). Sein Wert betrug 100 Kopeken. Eine Münze von 68 Gramm Silber prägen zu lassen, hielt die Regentin für überflüssig.

Wie wichtig die Währungspolitik war, wusste sie allerdings genau. Zar Iwan III. mit dem Beinamen "Kalita", der Geldsack, hatte die Position der Moskauer Großfürsten vor allem deswegen ungestört von tatarischen Strafexpeditionen ausbauen können, weil er sich dem fernen Tataren-Chan als der beste aller Steuereintreiber empfohlen hatte.

(him/.rufo)



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