Montag, 24.02.2020

Russland Geschichte: Gogols tödliche Schreibhemmung

Moskau. In der Nacht des 24. Februar 1852 überfiel den Schriftsteller Nikolai Gogol ein Zustand, den manche Journalisten im Prinzip wohl auch kennen. Gogol hatte sich lange mit dem zweiten Band seines Romanes „Tote Seelen“ gequält. Er klagte über seine Schaffenskrise und die schlechte Gesundheit...
In der Nacht des 24. Februar grübelte er so lange über Glaubensfagen, bis ihn das Gefühl der Unfähigkeit geradezu überwältigte.

Er könne die ihm von Gott auferlegte Mission nicht erfüllen, meinte Gogol, weckte einen Diener, ließ den Kamin anheizen und verbrannte kurzerhand alle Manuskripte des zweiten Bandes seiner „Toten Seelen“.

Am Morgen, als die Depression nachließ, erzählte er seinem Gastgeber, dem Grafen Alexej Tolstoi, was in der Nacht geschehen war. Gogol war überzeugt, dass ein böser Geist in ihn gefahren sei, verfiel in Schwermut und starb wenige Tage später.

(gim/.rufo)



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