Donnerstag, 12.03.2020

Russland Geschichte: Gorbatschow wird Präsident

Moskau. Am 12. März 1990 wurde im Kreml die Dritte Außerordentliche Sitzung der Volksdeputierten der UdSSR eröffnet. Das passierte einen Tag nachdem die Litauische Sowjetrepublik ihre Unabhängigkeit ausgerufen hatte und fast auf den Tag genau fünf Jahre nachdem Michail Gorbatschow zum Generalsekretär der KPdSU gewählt worden war.
Der Volkdeputiertenkongress wurde ein ebenso historisch wichtiges Ereignis, wie fast alle Ereignisse in diesen Monaten des Jahres 1990. Die wichtigste Entscheidung war vermutlich, dass die in der Verfassung festgeschriebene Führungsrolle der KPdSU abgeschafft wurde.

Damit wurden die Türen zu einem Mehrparteiensystem und zu freien Wahlen geöffnet. Ein erstes Gesetz über „Gesellschaftliche Vereinigungen“ das die Gründung von Wahlblöcken ermöglichte, wurde aber erst im Oktober 1990 beschlossen.

Gorbatschow wollte mit diesen Schritten das versteinerte politische System der Sowjetunion modernisieren. Das Experiment endete aber mit dem Kollaps des Systems.

Auch dass Gorbatschow im März 1990 vom Kongress der Volksdeputierten zum ersten (und letzten) Präsidenten der UdSSR gewählt wurde, gab ihm nicht mehr Macht als vorher schon im Amt des Generalsekretärs – und konnte an der Entwicklung nichts ändern.

(him/.rufo)



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