Montag, 02.03.2020

Russland Geschichte: Gorbi geboren, Nikolaus I. gestorben

Moskau. Als am 2. März 1931 Michail Sergejewitsch Gorbatschow als Sohn eines Kolchosbauern im Gebiet Stawropol das Licht der Welt erblickte, da ahnte niemand, welche Rolle er später spielen sollte.
Zu Beginn der Perestroika im Jahre 1985 wurde KPdSU-Generalsekretär Gorbatschow im eigenen Land und im Ausland als die Kraft begrüßt, die endlich die überfälligen Reformen in der Sowjetunion einleitet und die Herrschaft der Bürokraten zumindest beschränkt.

Wenige Jahre später wird Gorbatschow in Deutschland als der Vater der Wiedervereinigung frenetisch gefeiert, während er in der Sowjetunion fast jegliche Unterstützung verliert und schließlich zum Symbol des Zerfalls der UdSSR avanciert. Nach dem Augustputsch 1991, bei dem er eine undurchsichtige Rolle spielte, kann Michail Gorbatschow sich gegen Boris Jelzin nicht durchsetzen.

Der bewaffnete Konflikt, der am 2. März 1992 zwischen der Zentralmacht Moldawiens und dem östlichen Industriegebiet des Landes jenseits des Dnjestr, Transdnjestrien genannt, ausbrach, gehört mit zu den Folgen der Perestroika. Angesichts der Dimensionen des Zusammenbruchs ist der Blutzoll, den die Konflikte auf dem Boden der UdSSR forderten, als gering einzuschätzen.
Ebenfalls am 2. März, aber schon im Jahre 1855, starb Zar Nikolaus I.. Er war in die Geschichte eingegangen als Zar, der den Dekabristenaufstand niederschlug, die Bauernbefreiung absagte, den Türken das Ostufer des Schwarzen Meeres abnahm aber schließlich den Krim-Krieg verlor.

(him/.rufo)



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