Mittwoch, 26.02.2020

Russland Geschichte: Kalaschnikow und Samowar aus Tula

Moskau. Am 26. Februar 1712 wurde auf Weisung von Zar Peter I., des Reformers und Modernisierers, die Waffenfabrik von Tula gegründet. Die Stadt Tula war bis dato zwar auch schon eine Waffenschmiede, bekannter aber wegen ihrer sprichwörtlichen Samoware. Wer etwas völlig Überflüssiges tut, der, so sagt man in Russland, fährt mit seinem eigenen Samowar nach Tula.
Im Jahre 1665 wurden in den Waffenschmieden von Tula immerhin bereits 2.000 Flinten hergestellt. Im Jahre 1706 lieferten die Manufakturen von Tula schon 15.000 Waffen, aber das genügte Peter für seine Feldzüge gegen die Schweden und Türken nicht mehr.

Peter der Große verfügte den Bau der ersten staatlichen russischen Rüstungsfabrik „mit den besten Mitteln in diesem Metier, an einem ausgesucht bequemen Ort neben der dortigen Freistadt (Sloboda) der Waffenschmiede, die Gewehre, Flinten, Pistolen bohren und polieren sowie Säbel und Messer mit Wasserkraft schleifen kann“.

Wenige Jahrzehnte später stellten Inspekteure der Zarin Elisabeth II. fest, „das russische Imperium konnte sich in vielen Kriegen mit Erfolg und Ruhm dank der Waffen dieser Fabrik verteidigen“. Auf der Pariser Weltausstellung von 1900 wurde die Rüstungsfabrik von Tula mit einer Goldmedaille ausgezeichnet.

Heutzutage werden in Tula (außer Samowaren) in Russland berühmte Jagd- und Sportwaffen, Pistolen, Panzerabwehr- raketen und Maschinenpistolen produziert, darunter auch bis vor kurzem ein weltberühmter Exportschlager, die MP Kalaschnikow.
(mig/.rufo)



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