Dienstag, 03.03.2020

Russland Geschichte: Leibeigenschaft aufgehoben

Moskau. Am 3. März 1861, fast auf den Tag genau sechs Jahre nach seiner Thronbesteigung, erließ Zar Alexander II. das Manifest zur Aufhebung der Leibeigenschaft für 25 Millionen Bauern. Es brachte ihm den Ruf des Befreierzars ein.
Seit dem gescheiterten Aufstand der Dekabristen, den sein Vater Nikolai I. bei seiner eigenen Thronbesteigung hatte niederschlagen lassen, hatte der Reformdruck im Reiche immer mehr zugenommen.

Die Forderung nach Befreiung der Bauern vom Joch der Leibeigenschaft war nicht nur in der Intelligenzia populär, sondern auch unter Staatsbeamten und Aristokraten. Nach der Niederlage im Krim-Krieg waren die Reformen unaufschiebbar geworden.

Schon 1857, ein Jahr nach Kriegsende, wurde in der russischen Regierung eine „Geheime Kommission“ zur Bauernbefreiung gegründet. Sie begann, Konzepte für die Aufhebung der Leibeigenschaft auszuarbeiten.

Das Manifest „Über die allergnädigste Gewährung der Rechte freier ländlicher Bewohner für die leibeigenen Menschen“ wurde von Alexander am 3. März unterschrieben. Verkündet wurde es am 5. März 1861 in den beiden Hauptstädten, St. Petersburg und Moskau. In jenem Jahr war dieser Tag der Vergebungs-Sonntag, das Kirchenfest am Ende der Butterwoche.

(him/.rufo)



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