Samstag, 29.02.2020

Russland Geschichte: Listjew -Mord verändert Russland

Moskau. Nach dem Mord an Fernsehstar und Fernsehdirektor Wladislaw Listjew wurde die russische Medienlandschaft von Grund auf umgekrempelt. Die Mörder lauerten dem erst 39-jährigen Listjew am 1. März 1995 im Hausflur auf und erschossen ihn.
Listjew war zu diesem Zeitpunkt der wichtigste Mann im russischen Fernsehen – und dementsprechend wurden fast alle großen Spieler auf dem Mediensektor auch des Mordes verdächtigt.

Wladislaw Listjew war Direktor des Ersten Russischen Programms ORTW (heute ORT) und gleichzeitig Präsident der privaten Fernsehproduktionsgesellschaft „WiD“, die einen großen Anteil des Werbemarktes im Fernsehen kontrollierte.

Listjew war Publikumsliebling, weil er auch Moderator der Rate-Show „Wunderfeld“ (Polje Tschudess) war, in der auch einfältige Gäste zu jener Zeit noch sehr erstrebenswerte Konsumgüter wie Kaffeemaschinen oder Staubsauger als Preise gewinnen konnten.

Die Beerdigung Listjews auf dem Moskauer Friedhof Waganskoje wurde zu einer Massendemonstration.
1995 wurde ORTW von Jelzin zur Aktiengesellschaft ORT umgebildet. Die Mehrheit der staatlichen Aktien wurde von Jelzin dem Oligarchen Boris Beresowski übertragen, dessen Geschäftspartner Badri Patarkazischwili Finanzdirektor des Senders wurde. ORT spielte als landesweites Massenmedium im Präsidentschaftswahlkampf 1996 eine ausschlaggebende Rolle.

Geldsack Kalita konzentriert alle Macht in Moskau


Am 1. März 1325 konzentrierte der damalige Moskauer Großfürst Iwan Kalita („Der Geldsack“ genannt, weil er für die Tataren Abgaben eintrieb und den Tataren-Chan gekonnt bestach) sämtliche damalige ideologische Macht in Moskau und legte damit die Grundlage für den weiteren Aufstieg Moskaus und Russlands.

Iwan Kalita überredete das geistige Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche, den Metropoliten Peter, seinen Sitz aus Wladimir, dem einstigen Zentrum Russlands, nach Moskau zu verlegen.

(him/.rufo)



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