Montag, 09.03.2020

Russland Geschichte: Stalin kommt ins Mausoleum

St. Petersburg. Ein kleiner Nachtrag zum gestrigen Frauentag: Am 9. März 1952 starb Alexandra Kollontai, die nach der Oktoberrevolution als glühende Verfechterin der freien Liebe hervortrat. In späteren Lebensjahren vertrat sie die Sowjetunion als Diplomatin in Skandinavien.
Ihr Dienstherr war damals der Sowjetdiktator Joseph Stalin. Just ein Jahr nach Kollontais Tod wurde er im Lenin-Mausoleum auf dem Roten Platz beigesetzt. Stalins Begräbnis geriet zu einer Massenhysterie auf Moskaus Straßen. In dem Gedränge der Menschen, die von ihrem „Führer“ Abschied nehmen wollten, kamen Hunderte zu Tode.

Stalin blieb nur acht Jahre an der Seite seines geistigen Lehrers. Im Zuge der Enthüllungen um den Personenkult und der darauf einsetzenden Entstalinisierung wurde seine Leiche 1961 aus dem Mausoleum entfernt und an der Kremlmauer beigesetzt.

Urjurwkos!!!


Am 9. März 1934 wurde Juri Gagarin, der spätere erste Mann im Weltraum, geboren. Im Jahre seines erfolgreichen Raumflugs kam 1961 ebenfalls am 9. März der Hund Tschernjuschka lebendig von einem Raumausflug zurück. Das ganze Land war aus dem Häuschen.

Als Juri Gagarin dann fünf Wochen später als erster Mensch in 128 Minuten ein Mal um die Welt flog, kannte die Euphorie in der Sowjetunion keine Grenzen. Auf den Standesämtern wurde seitdem desöfteren ein neuer Jungenname registriert: Urjurwkos, was nichts anderes heißt als „Ura! Jura w kosmose!“ – Hurra, Jura ist im Kosmos!

(sb/.rufo)



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