Montag, 17.07.2017

Russland Geschichte: Zarenfamilie ermordet

St. Petersburg. In der Nacht auf den 17. Juli 1918 wurden in Jekaterinburg der letzte russische Zar, seine Familie und mehrere Bedienstete erschossen. Ihre Leichen wurden erst Jahrzehnte später gefunden und 1998 in der Gruft der Peter-Paul-Kathedrale in St. Petersburg beigesetzt.
Um die Umstände der Ermordung der Zarenfamilie ranken sich bis heute Gerüchte und Legenden. So ist immer noch nicht dokumentarisch belegt, wer letztlich den Befehl zu diesem Standgericht gegeben hat – kam er von höchster Stelle aus Moskau oder war es ein Willkürakt der ansässigen Bolschewiki?

Kurz nach Mitternacht wurden die elf seit Monaten unter Haft stehenden Personen (das Zarenpaar, seine fünf Kinder sowie der Arzt, der Koch und das Stubenmädchen) in den Keller des Ipatjew-Hauses geführt. Ihnen stand ein ebenfalls aus elf Männern bestehendes Erschießungskommando gegenüber.

Interessanterweise wurde der Ort der Hinrichtung erst abgerissen, als der spätere russische Präsident Boris Jelzin Gebietssekretär in Jekaterinburg (damals noch Swerdlowsk) war. Heute erhebt sich über der Hinrichtungsstätte eine orthodoxe Kirche.

(sb/.rufo)



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