Das neue Märchen: Putins Bomben sind Grund der Migrantenflut
Syrien-Einigung: Das dicke Ende kommt noch
Russland-Aktuell zur Startseite machen


Alexej Simonow ist Leiter des Fonds zum Schutz von Glasnost (Foto: Ballin/.rufo)
Alexej Simonow ist Leiter des Fonds zum Schutz von Glasnost (Foto: Ballin/.rufo)
Donnerstag, 11.01.2007

Russland: Druck auf Medien und Journalisten nimmt zu

Moskau. In Russland haben Klagen gegen Medien und Angriffe auf Journalisten im vergangenen Jahr leicht zugenommen. Das geht aus einer Statistik vor, die die Moskauer „Stiftung zum Schutz von Glasnost“ vorgelegt hat.

Die Anzahl der Gerichtsverfahren gegen Medien und Journalisten stieg demnach auf 240. Gegenüber 2005 ist das eine Zunahme um sieben Verfahren, gegenüber 2004 sogar um 37. Eine Entspannung der Situation erwartet der Leiter der Stiftung, Alexej Simonow, auch in diesem Jahr nicht.

Bei Russland-Aktuell
• Minsker GUS-Gipfel endet mit Presse-Skandal (29.11.2006)
• RSF: Pressefreiheit in Russland weiter auf dem Rückzug (24.10.2006)
• Tausende bei Trauerfeier für Anna Politkowskaja (10.10.2006)
• Kasachstan: Repressives Pressegesetz verabschiedet (10.07.2006)
• Verlag Kommersant an Großindustriellen verkauft (31.08.2006)
Die Polizei und der Inlandsgeheimdienst FSB nahmen 2006 in Russland 75 Medienvertreter vorübergehend fest. 2005 waren es lediglich 47 Festnahmen gewesen. Während die Zahl der Übergriffe gegen Journalisten nur leicht stieg (69 im Jahr 2006 gegenüber 63 im Jahr 2005), sehen diese sich nun deutlich öfter Drohungen ausgesetzt (43 im Jahr 2006 gegenüber 25 im Jahr 2005). 28 Fälle von Zensur (Vorjahr: 23) belegen laut Stiftung zudem, dass das Problem der Pressefreiheit in Russland weiterhin akut bleibt.

Keine absoluten Ziffern



Stiftungs-Chef Simonow warnte allerdings davor, die Zahlen als absolute Messwerte zu betrachten. "Das sind lediglich die Fälle, die wir mit unseren bescheidenen Möglichkeiten ermitteln konnten", sagte er zu Russland-Aktuell. „Es gibt zum Beispiel acht russische Regionen, aus denen wir überhaupt keine Angaben haben.“

Neun Journalisten verloren zudem im vergangenen Jahr durch Gewalt ihr Leben. Der aufsehenerregendste Fall ereignete sich im Oktober, als die bekannte Journalistin Anna Politkowskaja von der oppositionellen Zeitung „Nowaja Gaseta“ in ihrem Haus erschossen wurde. Bis heute wurden Täter und Auftraggeber des Mordes nicht gefunden, die Behörden gehen aber davon aus, dass das Verbrechen mit der journalistischen Tätigkeit Politkowskajas zusammenhängt. In den meisten anderen Fällen waren die Motive eher krimineller als politischer Natur.

Mit einer Entspannung der Lage rechnet Simonow in diesem Jahr nicht. Allerdings erwartet er trotz der anstehenden Wahlen Ende 2007/Anfang 2008 auch keine signifikante Zunahme der Konflikte, da die Medien weitgehend verteilt seien „Interessant könnte lediglich sein, ob die bisher einzige Kremlpartei „Einiges Russland“ sich mit der im vergangenen Jahr ebenfalls vom Kreml gegründeten Partei „Gerechtes Russland“ einigen kann, oder ob es hier zu Konflikten kommt“, sagte Simonow.

(epd/ab/.rufo)


Artikel versenden Druckversion

Leser-Kommentare zu diesem Artikel (und Kommentare zu Kommentaren): ↓

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar, nachdem Sie sich hier unten für Kommentare neu registriert haben. Beachten Sie unbedingt die >>> Regeln für Leserkommentare. Sie können hier oder auch im Forum ( www.forum.aktuell.ru) mitdiskutieren.

Bisher gibt es zu diesem Artikel noch keine Leserkommentare


Überblick aller Leserkommentare zu allen Artikeln >>>



E-Mail (Zur Registrierung. Wird nicht veröffentlich)

Kennwort

Schnelle Neuanmeldung zum Schutz vor Spam
Klicken Sie hier, wenn Sie sich bisher noch nicht für Kommentare registriert haben.




nach oben
Alle Berichte aus dieser Rubrik
Alle Artikel vom Donnerstag, 11.01.2007
Zurück zur Hauptseite







(Topfoto: Siegmund/.rufo)


Mail an die Redaktion schreiben >>>



Die populärsten Artikel der letzten drei Tage


Mail an die Redaktion schreiben >>>


Schnell gefunden
Neues aus dem Kreml

Die Top-Themen
Kommentar
Das neue Märchen: Putins Bomben sind Grund der Migrantenflut
Moskau
Parken: Moskaus Lizenz zum Gelddrucken
Kopf der Woche
Moskauer Polizei jagt Baulöwen nach vier Morden
Kaliningrad
Pech für Kaliningrader Glücksspielbetreiber
Thema der Woche
Russland in Syrien: Imagekorrektur per Krieg gegen IS
St.Petersburg
Ermordete Zarenkinder werden in St. Petersburg beigesetzt

Alle Berichte bei Russland-Aktuell ab 2000 finden Sie in unserem Archiv
Weitere Nutzung im Internet oder Veröffentlichung auch auszugsweise nur mit
ausdrücklicher Genehmigung der Redaktion (Chefredakteur: Gisbert Mrozek) und mit Quellenangabe www.aktuell.ru
E-mail genügt
www.Russland-Aktuell.ru (www.aktuell.ru) ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten.

Basis-Information aus Russland, der Provinz und der GUS auf deutschen Internetseiten:
www.sotschi.ru
www.wladiwostok.ru, www.kasachstan.ru, www.russlanddeutsche.ru, www.georgien.ru, www.abchasien.ru, www.ossetien.ru, www.waldikawkas.ru, www.grosny.ru, www.sibirien.ru, www.wolga.ru, www.baikalsee.ru, www.kaukasus.ru, www.nowgorod.ru, www.nischni-nowgorod.ru, www.nowosibirsk.ru, www.rubel.ru, www.zeit.ru