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| W. Kara-Mursa (Foto: www.newsru.com) | |
Freitag, 18.07.2003
TV-Moderator wird aus Protest Hausmeister
Moskau. Der russische TV-Moderator Wladimir Kara-Mursa hat aus Protest gegen die Abschaltung des regierungskritischen Fernsehsenders TWS seine Medienkarriere für beendet erklärt und eine Arbeit als Hausmeister angenommen. Kara-Mursa, der bei TWS eine politische Abendsendung moderierte, kümmert sich künftig um den Kesselraum, der seine Nachbarschaft mit heißem Wasser versorgt, berichtete die „Moscow Times“ am Freitag. Nach Angaben der Zeitung verdient er mit seiner neuen Arbeit umgerechnet rund 130 Euro im Monat.
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Zu Zeiten der Sowjetunion gab es für viele Dissidenten sowie regimekritische Künstler und Intellektuelle keine andere Möglichkeit, als sich den Lebensunterhalt mit Hilfsarbeiten zu verdienen. Auch die späteren Rockstars Viktor Zoi und Boris Grebenschtschikow arbeiteten in
Kesselräumen.
Anders als für viele Kollegen des aufgelösten Senders TWS kommt für Kara-Mursa eine Rückkehr zu dem Fernsehsender NTW nicht in Frage, bei dem die meisten TWS-Redakteure ursprünglich gearbeitet hatten. Ein großer Teil der Redakteure hatte NTW im Frühjahr 2001 verlassen, nachdem der populäre Privatsender von dem halbstaatlichen Gaskonzern Gasprom
übernommen worden war.
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Selbst als Zuschauer hat der einstige Moderator nach eigenen Angaben das Interesse am russischen Fernsehen verloren. „Ich sehe mir das sowjetische Fernsehprogramm nicht mehr an, sondern nur noch Videos“, sagte Kara-Mursa der „Moscow Times“.
(epd/kp)
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