Telefonieren kann man natürlich schon lange in Moskau, doch UMTS bietet neuen Service via Handy (Foto: Djatschkow/.rufo)
Mittwoch, 11.11.2009
UMTS-Standard bald auch in Moskau
Moskau. Die Mobilfunkrevolution in Moskau kommt, wenn auch mit einiger Verspätung. Ab Dezember soll in der russischen Hauptstadt der UMTS-Standard eingeführt werden. Kurz darauf werden sogar WiMax-Lizenzen vergeben.
UMTS erlaubt eine deutlich schnellere Datenübertragung als das bisher modernste Mobilfunksystem in Moskau Edge. Damit haben nun auch Moskauer bald Zugang zum Breitband-Internet, Online-Banking und interaktivem Fernsehen via Handy.
UMTS gibt es schon in Russland, aber nicht in Moskau
In Europa wurde der UMTS-Standard bereits vor Jahren eingeführt. Im Jahr 2006 hat auch die russische Rundfunkkommission die Frequenzen für UMTS landesweit ausgeschrieben - mit zwei Ausnahmen: Moskau und Komsomolsk am Amur. In einem 300 Kilometer großen Radius um diese beiden Städte hält bislang das Militär die Frequenzen besetzt.
Nun muss noch die elektromagnetische Verträglichkeit geprüft werden, ehe im Dezember 2009 oder Januar 2010 der UMTS-Standard gestartet werde darf (die Lizenzen dazu haben die Mobilfunkanbieter schon) – quasi als Weihnachtsgeschenk an alle mobilen Internetnutzer.
Übrigens gibt es statt des G-3-Standards UMTS stellenweise in Moskau sogar schon jetzt Mobilfunkstandard der vierten Generation. Doch der Anbieter Yota deckt bei weitem nicht ganz Moskau mit seinem Netz ab.
Beschränkungen bleiben
Beschränkungen bleiben auch nach der Frequenzvergabe. So darf die große Troika der russischen Mobilfunkanbieter (MTS, Vimpelcom, Megafon) nicht mehr als insgesamt 2.000 Sendemasten in Moskau für UMTS aufstellen. „Für die Abdeckung von Moskau sollte das aber reichen“, hofft der Pressesprecher von Megafon in Moskau, Roman Prokolow.
Russische Mobilfunkanbieter sind nicht verwöhnt. Nur drei Prozent der Funkfrequenzen werden in Russland ausschließlich zivil genutzt, 22 Prozent vom Militär und 75 Prozent gemeinsam. Zum Vergleich: In Europa liegt die zivile Nutzung bei 51 Prozent, das Militär hat vier Prozent, geteilt wird das Nutzungsrecht bei 45 Prozent der Frequenzen.
Wettbewerb a la russe
Zudem kommt kurz darauf auch der WiMax-Standard in Russland auf den Markt. Die Funkaufsichtsbehörde Roskomnadsor will in 40 Regionen die Frequenzen dafür im Februar/März 2010 ausschreiben. Wer eine Lizenz erhält, muss ein entsprechendes Netz innerhalb von 1,5 Jahren aufbauen.
Bisher sieht es so aus, als ob der staatliche Festnetzanbieter Svyazinvest (gesprochen: Swjasinwest) die besten Karten bei der Ausschreibung hat. Die Bedingungen begünstigen den Anbieter deutlich gegenüber Handybetreibern.
Svyazinvest liegt uneinholbar vorn
Die Lizenzen gewinnt, wer bei der Ausschreibung die meisten Punkte gewinnt, 99 gibt es insgesamt zu verteilen. Pluspunkte gibt es z.B. für das Vorhandensein von Drahtfasernetzen und jedes Jahr, in dem der jeweilige Wettbewerber Fern- und Ortsgespräche, IP-Telefonie und Internetanschluss angeboten hat. Maximal gibt es dafür 40 Punkte – Svyazinvest heimst alle ein.
MTS, Vimpelcom und Megafon hingegen bekommen Abzüge in der B-Note. Sie haben schon Lizenzen für UMTS und Breitband-Internet. Das macht je 20 Punkte Abzug. Nach Angaben von Roskomnadsor soll diese Regelung eine Monopolstellung auf dem Mobilfunkmarkt verhindern.
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