Donnerstag, 10.01.2013

Adoptionsverbot: Putin hat keinen Brief bekommen

Moskau/Tscheljabinsk. Der Brief, den der 14-jährige Waisenjunge Maxim angeblich an den Präsidenten geschrieben hat, ist im Kreml nicht angekommen. Putins Kinderbeauftragter hält den Brief schlichtweg für eine Fälschung.
Wladimir Putins Pressesprecher Dmitri Peskow teilte Donnerstagmittag gegenüber Interfax mit, es sei kein Brief aus Tscheljabinsk eingegangen: „Im Moment kann ich nur eins sagen: Die Informationen, dass der Junge so einen Brief abgeschickt hat, haben sich nicht bestätigt.“ Man habe „alle Kanäle überprüft“ und „keinen Brief erhalten“.

Eine Abgeordnete der Kreml-Partei „Einiges Russland“ nannte die früher verbreiteten Meldungen, der 14-jährige Maxim habe Putin in einem Brief um Hilfe gebeten, damit amerikanische Eltern ihn adoptieren können, eine „Provokation“.

Pawel Astachow, der Kinderbeauftragte beim russischen Präsidenten, schreibt in seinem Twitter-Blog, der Brief sei eine „Fälschung“ und eine „gewissenlose Spekulation“. Auch der Direktor des Internats, in dem der Junge lebt, hatte die Information dementiert.

Seit dem 1. Januar verbietet ein Gesetz die Adoption von russischen Kindern durch US-amerikanische Ehepaare. In der russischen Öffentlichkeit ist darüber eine kontroverse Diskussion entbrannt.