Mittwoch, 01.12.2010

Anzahl der Drogentoten in Russland verdreifacht sich

Moskau. Als "Rauschgift-Apokalypse" bezeichnet der Chef der russischen Drogenbehörde Viktor Iwanow die Situation in Russland. Seinen Angaben nach sterben pro Jahr 100.000 Russen unter 30 Jahren an Drogensucht.
Früher hatte die Drogenbehörde von jährlich 30.000 Drogentoten gesprochen.

Die Mehrzahl der Drogensüchtigen sterben an Heroin aus Afghanistan und Desomorphin, das sich viele Süchtige selbst aus in der Apotheke frei erhältlichen Präparaten zusammenstellen, erklärte Viktor Iwanow.

Laut der russischen Drogenbehörde gibt es im Land rund 2,5 Millionen Drogenabhängige, die meisten davon sind heroinabhängig. Weitere drei Millionen Russen nehmen ab und zu Drogen, sie rauchen Haschisch und Marihuana oder nehmen synthetische Drogen.

Laut Iwanow ist die Lage so kritisch, dass sie einer speziellen Sitzung des Staatsrats bedarf. Iwanow schlägt vor, jedem Gouverneur einen Berater in Fragen Drogenpolitik zur Seite zu stellen, um das Problem in den Griff zu bekommen.