Donnerstag, 17.09.2009

Automobilstandort Russland: Thema auf der IAA

Frankfurt. In Fachkreisen ist der russische Automarkt nicht erst seit dem Magna-Opel-Deal ein großes Thema. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) und der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft veranstalten anlässlich der IAA in Frankfurt am 25. September dazu eine hochrangig besetzte Podiumsdiskussion.

Ort und Zeit
25. September, 10.30 - 15 Uhr, CongressCenter Messe Frankfurt Raum Fantasie I II.
Der Zugang erfolgt über den Eingang CMF.
Im Anschluss an die Veranstaltung besteht die kostenfreie Möglichkeit zum Besuch des Messegeländes.
Details: www.ost-ausschuss.de
Noch vor einem Jahr war der russische Automobilmarkt auf dem Weg, Deutschland als größten Automarkt in Europa abzulösen. Doch die Wirtschaftskrise hat in den ersten sieben Monaten zu einem Einbruch der Verkaufszahlen um rund 50 Prozent geführt. Mit einer PKW-Dichte von 200 Autos auf 1000 Personen (Deutschland: 566) bleibt der Nachholbedarf in Russland aber weiterhin groß, weshalb es für die führenden Autokonzerne jetzt darum geht, sich eine gute Ausgangsposition für die Zeit nach der Krise zu verschaffen.

Der russische Automarkt ist kein einfacher Markt: Mit protektionistischen Maßnahmen wie der Anhebung von Einfuhrzöllen auf Neu- und Gebrauchtwagen und dem Verbot der Einfuhr von Gebrauchtwagen, die älter als fünf Jahre sind, versucht die russische Regierung die heimische Industrie in der Krise zu stützen.

Gegenwärtig wird auch über die Einführung einer Abwrackprämie für mindestens zehn Jahre alte Autos in Höhe von 1100 Euro nachgedacht, die aber nur Käufer von in Russland produzierten Neuwagen erhalten sollen.

Auch die russische Automobilindustrie selbst ist in Bewegung geraten. So wird derzeit daran gearbeitet, den Autobauer Avtowaz (Lada), den Lkw-Hersteller Kamaz und den Motorenfabrikanten Awtodiesel in einer Holding zu verschmelzen. Zudem hofft der zweite große russische Autohersteller GAZ (Wolga) durch die Verbindung mit Magna und Opel darauf, technologisch aufzuholen.

Welche Perspektiven ergeben sich für Opel durch die Verbindung mit GAZ? Wie geht es weiter auf dem russischen Automarkt?

Die Veranstaltung wird von VDA-Präsident Matthias Wissmann und dem Ost-Ausschuss-Vorsitzenden Klaus Mangold eröffnet. Prof. Dr. Burkhard Schwenker, Sprecher der Geschäftsführung Roland Berger Strategy, gibt anschließend eine Einführung in die aktuelle Lage des russischen Automarktes.

Anschließend diskutieren Sergej Kogogin (CEO Kamaz/Rusavto - angefragt), Réné Schlegel (Vorsitzender der Geschäftsleitung von Robert Bosch OOO), Detlef Wittig (Leitung Konzernvertrieb Volkswagen AG), Alain Pilloux (Business Group Director Russia EBRD) und Igor Strehl (Vorsitzender VTB Bank Deutschland) unter der Moderation von Klaus Mangold.

Die Anmeldefrist für eine Teilnahme ist bereits abgelaufen. Eine Anmeldung für Medienvertreter ist aber bis einen Tag vor der Veranstaltung noch beim Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft möglich.