Dienstag, 02.02.2010

Bahnbombe in Petersburg wird als Terrorakt gesehen

St. Petersburg. Die Explosion unter einer Draisine auf einer Bahnstrecke in St. Petersburg wird von den Behörden als Terrorakt gewertet. Man wolle sich absichern, so der Chefermittler.

Das eingeleitete Ermittlungsverfahren läuft allerdings unter dem Titel „illegaler Sprengstoffbesitz“.

Wie heute schon berichtet, detonierte gegen 4.20 Uhr auf einem Bahngleis im Süden der Stadt ein Sprengsatz. In diesem Moment passierte eine Draisine mit Hebebühne und Kran die Stelle. Ihr Fahrer wurde leicht am Fuß verletzt.

Inzwischen ist die Strecke wieder für den Verkehr mit Vorortzügen freigegeben. Auch die nur geringfügig beschädigte Draisine konnte aus eigener Kraft die Strecke räumen.

Suchhunde orteten die Stelle, wo sich der Bombenleger offenbar mit seinem Zündmechanismus versteckt hatte. Dies lässt den Rückschluss zu, dass der Sprengsatz weder über Funk ferngezündet noch mit einem Auslöse-Mechanismus beim Passieren eines Zuges ausgestattet war.

Wenn dem so ist, lauerte der Bombenleger aber offenbar nicht den ersten Personenzügen auf, sondern sprengte das Gleis bewusst unter dem Arbeitsfahrzeug. Die erste fahrplanmäßige „Elektritschka“ hätte diese Stelle erst etwa eine Stunde später passiert.

Ende November war im Zuständigkeitsgebiet der Petersburger Bahnverwaltung ein schweres Bombenattentat auf den Schnellzug „Newski Express“ verübt worden. Dabei kamen 28 Passagiere ums Leben.