Freitag, 09.12.2011

Barbusig für die Opposition vor Russlands Hauptkirche

Moskau. Drei Aktivistinnen der bekannten ukrainischen Feministinnengruppe FEMEN haben sich am Freitag in Moskau aus Solidarität für die russische Opposition entblößt. Die Aktion fand vor der Christus-Erlöserkirche statt.
Die drei Ukrainerinnen standen etwa eine halbe Stunde barbusig vor Russlands wichtigster Kirche. Sie hielten Plakate mit der Aufschrift „Gott, verjage den Zaren!“ hoch (eine Anspielung auf einen Machtwechsel in Russland); auf die Haut hatten sie sich schwarze orthodoxe Kreuze gemalt.

Gegenüber einer Journalistin von Radio Free Europe erklärten die freizügigen Damen, sie wollten auf diese Weise „ihre Solidarität mit der russischen Opposition bekunden“, die seit Tagen gegen Fälschungen bei der Duma-Wahl protestiert.

Die Wächter der Christ-Erlöser-Kathedrale guckten sich das Spektakel eine Zeitlang an und griffen schließlich ein. Die für ihre skandalösen Auftritte inzwischen international bekannten Feministinnen setzten sich allerdings zur Wehr. Als die Polizei gerufen wurde, packten sie schnell ihre Sachen und liefen zur nächsten Metrostation.

FEMEN ist seit etwa drei Jahren aktiv. Zunächst engagierten sie sich in Kiew bei Aktionen der ukrainischen Opposition. Inzwischen sind sie schon in Paris und Rom gewesen, wo sie mit nacktem Oberkörper gegen Ex-IWF-Chef Strauss-Kahn, die „sexistische“ katholische Kirche und den Frauenheld Berlusconi demonstriert haben.