Freitag, 14.05.2010

Bergwerk: Suche eingestellt, Stollen werden geflutet

Kemerowo. Aus dem nach zwei Explosionen zerstörten Bergwerk Raspadskaja wurden in der Nacht alle Helfer für eine Woche abgezogen. Hoffnung, die noch vermissten 24 Bergleute lebend zu finden, gibt es demnach nicht mehr.
Wie der Sprecher des Einsatzstabes mitteilte, war eine alle zulässigen Normen überschreitende Methan-Konzentration in den Stollen Auslöser für diese Entscheidung. Außerdem brenne ein Kohlenflöz intensiv. Es handele sich dabei nicht nur um kleine Schwelbrandherde: „Die Kohle brennt und es sieht so aus, als brenne sie schon lange. Unter den Decken dieser Abschnitte sammelt sich Methan an.“

Ab morgen sollen die brennenden und stark mit Methan gefüllten Stollenabschnitte geflutet werden. Hauptaufgabe sei es, das explosionsgefährliche Methan zu verdrängen. Anschließend soll ein absorbierendes Mittel in das Bergwerk im mittelsibirischen Kusbass-Gebiet geleitet und die Ventilatoren in Betrieb genommen werden.

Die Suche nach den Vermissten kann deshalb erst wieder in etwa einer Woche aufgenommen werden. Es sei ohnehin unklar, wo diese sich befänden. Eine Chance auf Rettung besteht deshalb faktisch nicht mehr.

Bislang waren 66 tote Bergleute und Grubenretter geborgen worden. Die Gesamtzahl der Opfer des Unglücks beträgt also 90. Das Durchschnittsalter der Toten ist 30 Jahre.

Jede Hinterbliebenen-Familie soll vom Staat bzw. der Grubenverwaltung 1 Mio. Rubel (ca. 26.000 Euro) und 15 Monatsgehälter des Bergmanns erhalten.

Außerdem ist vorgesehen, allen verwaisten Kindern bis zum 23. Lebensjahr ein Stipendium in Höhe eines Durchschnittsgehalts eines Bergmannes zu bezahlen, erklärte der Gouverneur des Gebietes Kemerowo, Aman Tulejew.