Donnerstag, 17.11.2011

Condoleezza Rice: Rückkehr Putins ist bedauerlich

Washington/Moskau. Die Rochade im Kreml-Tandem stößt auf Kritik in Washington: Die ehemalige US-Außenministerin Condoleezza Rice bezeichnete die Rückkehr Wladimir Putins auf den Präsidentenposten als Verhöhnung des Wahlsystems.
Rice erklärte, es sei keine gute Idee von Wladimir Putin, auf den Posten des Präsidenten zurückzukehren. "Es ist bedauerlich", fügte sie hinzu.

Besonders missfallen hat der Ex-Außenministerin, die inzwischen in Stanford Politikwissenschaft lehrt, offenbar das Prozedere der Rückübertragung der Macht: "Vor allem die Art, wie alles gemacht wurde ist eine Verhöhnung des Wahlprozesses", erklärte sie in einem Interview.

Zur Erinnerung: Im September hatte der amtierende Präsident Dmitri Medwedew auf dem Parteitag der Kremlpartei "Einiges Russland" auf eine weitere Amtszeit verzichtet und vorgeschlagen, Putin zum Kandidaten zu küren.

Sie warnte vor einer weiteren Zentralisierung der Macht. Dies könne zu Aufständen in Russland führen, sagte sie.

Kritik aus Washington ist für Putin freilich nichts Neues. Schon öfter musste er sich Vorwürfe aus den USA anhören. In Erinnerung geblieben ist speziell der Schlagabtausch mit der jetzigen Außenministerin Hillary Clinton.

Die hatte Putin im Wahlkampf 2008 als einen "Mann ohne Seele" bezeichnet, da er einst im Geheimdienst KGB gedient habe. Putin konterte dies mit der Bemerkung, wer so etwas sage, sei ein "Mensch ohne Verstand". Der Konflikt wurde später bei dem Relaunch der russisch-amerikanischen Beziehungen ausgeräumt.