Donnerstag, 07.02.2013

Dmitri Medwedew: Dissertationsplagiate „alarmierend“

Moskau. Premierminister Medwedew ist entsetzt über die vielen Doktorarbeits-Plagiate in Russland. Zuletzt waren ein Mitglied der Kremlpartei und die Pädagogische Universität Moskau in Fälschungsverdacht geraten.
„Die Zahl der „getürkten“ Doktoren in Russland übersteigt jedes erdenkliche Maß“, sagte Dmitri Medwedew am Mittwoch bei einem Expertentreffen in Moskau. Sein Vorschlag: Alle wissenschaftlichen Arbeiten sollten öffentlich zugängig sein, um pseudowissenschaftliche aus dem Verkehr ziehen zu können.

„Ich finde nichts Anstößiges daran, dass dieses Thema jetzt an die Oberfläche gekommen ist“, so Medwedew. „Das ist völlig richtig, weil eine weitere Entwicklung der Wissenschaft in diese Richtung bedeuten würde, die Verleihung von Doktorgraden zu diskreditieren.“

Medwedew selbst ist Doktor der Jurisprudenz. Sein Tandems-Partner Wladimir Putin besitzt ebenfalls „den Doktor“ und zwar in der Wirtschaftswissenschaft. Er war 2006 aber in einen Skandal verwickelt: westliche Medien hatten ihm vorgeworfen, er habe Mitte der 1990er Jahre Teile seiner „Diss“ von amerikanischen Gelehrten abgeschrieben.