Mittwoch, 09.11.2011

Erotik-Wahlvideo der Kremlpartei missachtet Gesetz

Moskau. Ein Wahlvideo der Kremlpartei "Einiges Russland" stößt bei der Opposition auf Empörung. In dem erotischen Clip verschwindet ein junges Pärchen gemeinsam in der Wahlkabine. "Lasst es uns gemeinsam machen", lautet die Botschaft - Ein klarer Verstoß gegen geltendes Wahlrecht, meinen Kritiker.
Eine hübsche junge Frau betritt das Wahlbüro und lässt sich den Stimmzettel aushändigen. Plötzlich taucht ein junger Mann neben ihr auf, der offensichtlich Gefallen an der Dame findet.

Als sie in der Wahlkabine verschwindet, wartet er davor, bis sie ihn plötzlich von hinten an der Schulter packt und in die Kabine zieht. Anschließend ziehen beide den Vorhang zu und der Zuschauer kann nur ahnen, was dahinter passiert. (Hier geht es zum Video)

Als sie rauskommen, werfen sie gemeinsam ihre Wahlzettel ein, die Wahlkommission schaut nur etwas grimmig, sagt aber nichts. Hand in Hand geht das Pärchen aus dem Wahllokal. "Lasst es uns gemeinsam machen", heißt es daraufhin in dem Wahlspot der Partei "Einiges Russland".

Die Opposition hat nun vor der Generalstaatsanwaltschaft geklagt. Gennadi Gudkow von der Partei "Gerechtes Russland" stört dabei nicht der erotische Kontext: "Im Grunde rufen die Polittechnologen von Einiges Russland in ihrer Reklame zum Verfassungsbruch auf. Beim Einigen Russland hat man wohl vergessen, dass die Abstimmung geheim erfolgen muss", so Gudkow.

Laut russischem Gesetz muss sich der Wähler daher beim Kreuzchenmachen in der Kabine allein befinden. Das Innenministerium bestätigte, dass eine Nachahmung des Videos in der Realität als grober Unfug zumindest mit einer Geldstrafe belegt werde.

Der Initiator des Videos, der Duma-Abgeordnete Robert Schlegel, rechtfertigt den Clip als "einfach nur lustig". Im Internet müsse man kreativ sein, sagte er.